Tod auf dem Zahnarztstuhl: Milderes Urteil für Anästhesisten

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AUDIO: Tod auf dem Zahnarztstuhl: Milderes Urteil für Anästhesisten (1 Min) Tod auf dem Zahnarztstuhl: Milderes Urteil für Anästhesisten Stand: 26.03.2026 16:31 Uhr Ein 18-jähriger Hamburger war vor zehn Jahren bei einer Zahnbehandlung unter Vollnarkose ums Leben gekommen. Dafür war der damalige Anästhesist vom Hamburger Landgericht zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt worden. In einem erneuten Prozess hat eine andere Strafkammer das Urteil am Donnerstag um zwei Monate abgemildert. Dass der Anästhesist Schuld am Tod des 18-Jährigen hat, stand außer Frage. In diesem Prozess ging es nur noch um die Höhe der Strafe. Das Gericht milderte die Strafe ab, weil sich das ganze Verfahren so lange hingezogen hatte. Kreislauf des 18-Jährigen war kollabiert Der Angeklagte hatte den 18-Jährigen damals in einer Altonaer Zahnarztpraxis für eine aufwendige Zahnbehandlung lange unter Narkose gesetzt. Nach acht Stunden war der Kreislauf des jungen Mannes kollabiert. Medizinische Standards missachtet Im ersten Prozess war herausgekommen, dass der Anästhesist die damaligen medizinischen Standards missachtet und den Patienten darüber nicht aufgeklärt hatte. Er hätte beispielsweise noch jemanden an seiner Seite haben müssen, der die lange Narkose mit überwacht. Revision möglich Das Ganze sei ein Unglück gewesen, so die Vorsitzende Richterin im Urteil. Der Arzt habe seinem Patienten niemals schaden, sondern ihm helfen wollen. Er könne jetzt erneut Revision einlegen, sagte sie und ergänzte: Es wäre aber schön, wenn mit Blick auf andere Beteiligte und Traumata in diesem tragischen Fall endlich Rechtsfrieden eintreten könnte.

First seen: 2026-03-26 16:12

Last seen: 2026-03-27 15:27