Mordfall Weimar: Ein unvergessener Kriminalfall mit neuer Wendung

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Kaum ein Kriminalfall hat die deutsche Öffentlichkeit über viele Jahre hinweg so beschäftigt wie der Doppelmord an zwei Schwestern im osthessischen Philippsthal im August 1986. Das Verfahren mit seinen drei Prozessen dauerte von 1986 bis zum Jahr 2000. Die wegen Mordes verurteilte Mutter Monika Weimar, die später den Nachnamen Böttcher annahm, verbrachte insgesamt rund 15 Jahre in Haft. 2006 wurde sie entlassen und zog sich anschließend weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Was ist die neue Entwicklung? Vierzig Jahre nach dem Mord will ihr Anwalt Gerhard Strate den Fall neu aufrollen lassen. Ein entsprechender Wiederaufnahmeantrag ist beim Landgericht Darmstadt eingegangen, wie das Gericht am Mittwoch bestätigte. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet. Ziel des Wiederaufnahmeantrags vom 17. März sei die Aufhebung des rechtskräftigen Urteils von 1999 und die Freisprechung seiner Mandantin, erklärt der Anwalt in einem Schreiben, das auf seiner Homepage hinterlegt ist. Das Gesuch entspreche dem «ausdrücklichen Wunsch» seiner Mandantin. Worauf stützt sich der Wiederaufnahmeantrag? Der Anwalt stützt seinen Antrag unter anderem auf Zeichnungen, die die beiden Mädchen Karola und Melanie kurz vor ihrem Tod angefertigt haben und zum eigentlichen Täter führen sollen: Monika Weimars Schwager, der damals als US-Soldat im selben Haus lebte. Der Mann wurde laut den Akten, die dem Wiederaufnahmeantrag beigefügt sind, 1999 von einem US-Gericht in einem anderen Fall wegen Kindesmissbrauchs zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren verurteilt worden. Dieses Urteil und die ihm zugrunde gelegten Geschehnisse seien im strafrechtlichen Sinn «eine neue Tatsache», da sie den als «pädophil» bezeichneten Mann als «weiteren potentiellen Täter» in den Blick rückten, heißt es in dem Schreiben an das Gericht. Wie interpretiert der Anwalt die Bilder? Die Stimmung der Kinderbilder bezeichnet Strate als bedrohlich. Der Fokus liege auf «den zwei dunklen Figuren, die mit offenen Mündern un...

First seen: 2026-03-27 13:26

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