Die klassische, containergestützte Altkleidersammlung durch kommunale Entsorger und Wohlfahrtsverbände ist finanziell schwer angeschlagen. Mit dem Trend zu „Fast Fashion“, also der immer schnelleren Produktion neuer Kollektionen massenhafter Billigmode, wächst die Menge von Alttextilien. In Altkleidercontainern und an Sammelstellen landen mittlerweile doppelt so viele ausrangierte Textilien wie noch vor zehn Jahren.Doch die Qualität abgelegter T-Shirts, Sweatshirts oder Sneaker sinkt, so dass sie kaum noch als Secondhandmode und zum Teil auch nicht mehr zum Recycling taugen. Außerdem sind Exportmärkte für Alttextilien eingebrochen. Die bisherigen Erlöse aus der Altkleidersammlung reichen nach Angaben der kommunalen Entsorger nicht mehr aus, um das System zu finanzieren.Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will das Problem lösen, indem künftig die Hersteller die Kosten für das Sammeln und die Verwertung von Alttextilien tragen. „Wer massenhaft Wegwerf-Klamotten bei uns auf den EU-Markt bringt, soll auch für die flächendeckende Sammlung und eine sinnvolle Verwertung bezahlen. Das muss auch für die vielen Billigimporte aus China gelten“, sagte der Minister, als er am Freitag in Berlin Eckpunkte des neuen Textilgesetzes vorstellte. Kostenpflicht je nach Menge und QualitätJedes Unternehmen, das erstmals Textilien auf dem deutschen Markt anbietet, soll künftig finanzielle Beiträge zahlen. Neben den Produzenten sollen auch Importeure sowie Modemarken und Händler, die Textilien unter eigenem Namen verkaufen, in die Pflicht genommen werden.„Je mehr Textilien die Hersteller auf den Markt bringen und je minderwertiger die Ware ist, desto mehr müssen sie beitragen“, erläuterte Schneider. Damit schaffe man finanzielle Anreize für die Hersteller, sich für umweltfreundliches Produktdesign und weniger Fast Fashion zu entscheiden, so die Hoffnung des Umweltministeriums. Maßgeblich für die Beitragshöhe soll unter anderem sein, wie lange ein Kleidungsstück hält und wie gut es ...
First seen: 2026-03-27 16:29
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