Der frühere CSU-Chef Erwin Huber hat dem aktuellen Parteivorsitzen, Markus Söder, wegen dessen Vorgehen in der Bundespolitik unter anderem fehlenden Mannschaftsgeist vorgeworfen. „Söder sollte endlich lernen, konstruktiv im Team Merz zu spielen, statt von der Seitenlinie falsche Einwürfe zu fabrizieren“, sagte Huber dem Spiegel.Söder hatte zuletzt öffentlich mehr Reformtempo gefordert, unter anderem in einem Interview des Stern. Zugleich verlangt er aber auch Entlastungen für Unternehmen, Erben und Spitzenverdiener – ein Widerspruch zu den Vorschlägen von Finanzminister Lars Klingbeil vom Koalitionspartner SPD.Söder setze als Koalitionspartner in Berlin „knappe Fristen, verbunden mit einem Nein zu vielen Reformschritten“, sagte Huber dem Magazin. „Zusätzlich fordert er trotz hoher Verschuldung saftige Mehrausgaben und eine unrealistische Steuerpolitik, die weder konzeptionell durchdacht noch durchgerechnet ist“, kritisierte Huber.In Bayern spare Söder für den ausgeglichenen Haushalt zulasten von Familien, Pflege, Besoldung. Dafür nehme er Ärger in Kauf. Dagegen stehe sein Vorgehen in Berlin mit den Ansagen an die Partner. „Sollte Söder eine Doppelstrategie vorschweben – ein Standbein in der Koalition und ein Spielbein in der Opposition, sage ich: Das geht nicht in Zeiten multipler Krisen“, betonte der 79-Jährige.„Wo ist ein Steuerprogramm der CSU? Wo ein Konzept zu Rente und Gesundheit?“, fragte er. Die Zeiten seien zu ernst und der Vertrauensverlust der Koalition sei zu hoch „für politische Extratouren“.Der 79 Jahre alte Erwin Huber war in den Jahren 2007 und 2008 als Nachfolger von Edmund Stoiber CSU-Parteivorsitzender, bevor Horst Seehofer übernahm. Zuletzt hatte Huber für Aufsehen gesorgt, als er die Nähe zu den bayerischen Grünen suchte und bei deren Fraktionsklausur auftrat. Söder hatte er daraufhin für dessen „Grünen-Bashing“ an den Pranger gestellt.
First seen: 2026-03-28 12:39
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