Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) haben sich bei der Reform zur Stabilisierung ihrer Finanzlage gegen Einsparungen bei den Patientinnen und Patienten ausgesprochen. "Gerade Ärzte- und Krankenhausvertreter waren in den letzten Monaten schnell dabei, höhere Zuzahlungen, Eintrittsgeld für Arztpraxen oder Leistungskürzungen für Patientinnen und Patienten zu fordern", sagte der Chef des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, der Nachrichtenagentur dpa. Dies sei jedoch der falsche Weg. Weitere Erhöhungen der Krankenkassenbeiträge seien weder den Versicherten noch der Wirtschaft zuzumuten, sagte Blatt. Im Kern liege eine dauerhafte Lösung nicht in einer Erhöhung der Einnahmen, sondern in Strukturreformen, die die "extreme Ausgabendynamik" der vergangenen Jahre stoppen. Belastungen der Patientinnen und Patienten seien, wenn überhaupt, das letzte Mittel der Wahl. Die schwarz-rote Koalition plant eine Reform, um die gesetzlichen Krankenkassen angesichts steigender Milliardenausgaben finanziell zu stabilisieren. Am Montag legt eine von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte Expertenkommission erste Vorschläge dafür vor. Bis Ende des Jahres soll nach Ministeriumsangaben ein zweiter Bericht mit Vorschlägen für strukturelle Anpassungen folgen. Ziel sei es, das enorme Ausgabenwachstum nachhaltig zu reduzieren und auch die Einnahmenseite in den Blick zu nehmen, sagte die Ministerin. Wachsende Finanzierungslücke der Krankenkassen Auch der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sieht das Problem der Krankenkassen vor allem auf der Ausgabenseite. "Über eine Milliarde Euro pro Tag fließt inzwischen in das System", sagte Dahmen. Allein die Krankenhauskosten stiegen jährlich um rund zehn Prozent, dazu kämen stark wachsende Arzneimittelausgaben und Fehlanreize in der ambulanten Versorgung. Er warnte vor steigenden Beiträgen, höheren Lohnnebenkosten und einem wachsenden Druck auf den Wirtschaftsstandort Deutschland, sollte die Reform nicht zügig umgesetzt werden...
First seen: 2026-03-29 02:46
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