Wahlerfolge im Westen: Wer die AfD kleinkriegen will, muss den Bürgern die Angst nehmen

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Zwanzig. Grob gerundet ist das die Zahl, die den Ernst der Lage beschreibt. Die AfD, die im Herbst in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit gewinnen könnte, lag dort vor fünf Jahren noch bei 20,8 Prozent. Nun fuhr sie in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ähnliche Ergebnisse ein, und die Frage lautet: Ist der Blick in den Osten womöglich der Blick in die Zukunft? Jedenfalls ist spätestens mit den ersten beiden Wahlen in diesem Jahr die Illusion zerplatzt, der Aufstieg der AfD werde zumindest im Westen schon an seine natürlichen Grenzen stoßen, weil das Reservoir an Bürgern, die Extremisten für wählbar halten, irgendwann erschöpft ist. Die Attraktivität einer Partei, die die grundlegende Ordnung des Landes hinwegfegen will, hängt auch hier von zwei Dingen ab: der Angst vor dem, was kommen mag, und der Zuversicht, dass die anderen Parteien es abwenden können. Angst kann man auch auf der Schwäbischen Alb habenUm sich vor der Zukunft zu fürchten – oder auch schon an der Gegenwart zu leiden –, muss man nicht in der struktur- und busverbindungsarmen Provinz Ostdeutschlands wohnen. Auch auf der Schwäbischen Alb kann man sich fürchten, wenn dort der Mittelständler strauchelt, der den ganzen Ort zu Wohlstand gebracht hat. Oder im Pfälzerwald, wenn die ausgeblutete Kommune die Fahrpläne zusammenstreicht. Die Angst der Bürger vor dem Abstieg ist nicht gegenstandslos, und Angst war schon immer der beste Wahlkampfhelfer der AfD. Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Wie sehr zugleich das Zutrauen in die etablierten Parteien schwindet, zeigten die jüngsten Wahlen wieder. In Baden-Württemberg war der Effekt zu beobachten, dass die Kleinen es schwer haben, wenn sich die Großen ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Das trug zur Pulverisierung der SPD bei. Den Wählern der AfD hingegen war egal, ob ein Grüner oder ein Schwarzer Ministerpräsident wird, für sie ist das eh alles dieselbe Mischpoke. Nicht einmal vorzeigbare Spitzenkandidaten braucht die AfD, sie...

First seen: 2026-03-29 09:51

Last seen: 2026-03-29 15:55