Er ist 23 Jahre alt, kommt aus Kiew und ist von Beruf Elektroingenieur. Er lebt seit fünf Monaten in Hamburg, weil er nicht in den Krieg ziehen will. „Ich möchte in Deutschland leben und arbeiten und so gut es geht meine Familie zu Hause in der Ukraine unterstützen“, erzählt Dmytro M. „Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich bin sehr, sehr dankbar dafür, dass die Bundesrepublik mir und meinen Landsleuten eine Zuflucht geboten hat. Aber so“, sagt er, „geht es nicht weiter.“ Die Zustände hier – und er meint damit die Flüchtlingsunterkunft am Überseering 26 in der City Nord – seien „menschenunwürdig“. Dann legt er Fotos vor, die eine mehr als deutliche Sprache sprechen. Sie zeigen völlig verdreckte Sanitäranlagen. Duschwannen und Kloschüsseln, die mit Fäkalien und Müll bis zum Rand gefüllt sind. Verschmutzte Waschbecken, aus der Wand gerissene Steckdosen, eingetretene Wände und Türen, Wasserschläuche, an denen die Duschköpfe fehlen, Reste von Brandmeldern, die ihre Funktion nicht mehr erfüllen.
First seen: 2026-05-21 20:06
Last seen: 2026-05-22 10:16