Der erste Papst, „der aus der Kälte kam“

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Dieser Kirchenmann besiegte den Kommunismus: Am 16. Oktober 1978 wählte das Kardinalskollegium in Rom den Polen Karol Wojtyla zu Papst Johannes Paul II. Sein langes Pontifikat wurde ereignisreich. Die neue Folge unserer Serie zu 80 Jahren WELT.Ganz sicher war sich Radio Vatikan nicht. „Der Rauch scheint weiß zu sein“, meldete der Sender des weltweit kleinsten Staates am 16. Oktober 1978 ganz genau um 18.18 Uhr. Auch die bis zu hunderttausend Menschen, die sich an diesem Montag auf dem Petersplatz in Rom versammelt hatten, sahen es aus dem Schornstein des Ofens in der Sixtinischen Kapelle einmal mehr qualmen. Schon das achte Mal, seit das Konklave, die strikt geheime Wahlversammlung der stimmberechtigten Kardinäle, am Vortag begonnen hatte. Doch die ersten sieben Male hatte es keine Mehrheit gegeben, weshalb die Wahlzettel mit Ruß verbrannt wurden. Das war nun anders, wie noch vor 18.19 Uhr erkennbar wurde. Und das hieß: Habemus papam.Wie genau die 111 Wahlberechtigten abgestimmt hatten, wurde nie bekannt – Gerüchte schwanken zwischen 97 und 104 Stimmen für den Krakauer Erzbischof Kardinal Karol Wojtyla. Das war erstaunlich deutlich für einen Kandidaten, den vorher niemand auf der Rechnung gehabt hatte.WELT baute für die Ausgabe vom 17. Oktober 1978 noch die gesamte Titelseite um, aber für Hintergründe oder einen Kommentar war die Zeit an diesem Montagabend zu knapp. Beides folgte dann in der Mittwochsausgabe.„Zum ersten Mal in der Kirchengeschichte sitzt ein Pole auf dem Stuhl Petri. Die Entscheidung des Kardinalskollegiums ist ein kirchenpolitisches und auch weltpolitisches Ereignis von noch gar nicht abzusehender Bedeutung“, war sich der Rom-Korrespondent von WELT Friedrich Meichsner sicher: „Es ist zu erwarten, dass unter seinem Pontifikat die vatikanische Ostpolitik neuen Auftrieb erhält, und zwar unter voller Wahrung der kirchlichen Grundsatzpositionen.“Wojtyla war der erste Papst, „der aus der Kälte kam“, aus dem von Staates wegen atheistischen Ostblock. Nach ...

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