Weltweite Kriege, Sorgen um die Wirtschaft und Belastungen durch steigende Preise dominieren derzeit die Schlagzeilen und Umfragen. Dabei bestimmt eine „stille Krise“ maßgeblich die Zukunft der Menschheit: der Klimawandel. Die Politik reagiert auf das Problem bis heute teils mit Alarmismus, teils mit Verdrängung und Nichtstun. Beides ist falsch.Zu denen, die nicht genug tun, gehört offensichtlich die Bundesregierung. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest der unabhängige Expertenrat für Klimafragen. Laut dem von der Regierung eingesetzten Gremium wird Deutschland seine Ziele bei der Senkung von Treibhausgasen bis 2030 deutlich verfehlen. Das im März beschlossene Klimaschutzprogramm reiche auf dem Weg zum selbst gesteckten Endziel „Klimaneutralität“ nicht aus, so die Experten, die Nachbesserungen fordern. Vor allem der Verkehrs- und Energiebereich sowie der Gebäudesektor bereiten Sorgen.Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sieht hingegen lediglich eine „überschaubare Lücke“ zwischen dem eigenen Anspruch und den in der Praxis beschlossenen Maßnahmen. Das soll wohl heißen: Die Wissenschaftler sind ein bisschen zu aufgeregt, und wir werden keine radikalen Maßnahmen ergreifen, die die Bürger weiter verunsichern könnten. Man darf gespannt sein, ob der Kanzler und seine Minister ähnlich defensiv reagieren werden, wenn der Expertenrat demnächst eine Rentenreform vorschlägt, nach der die Menschen bis 70 arbeiten sollen. Vermutlich nicht.Klimawandel: Experten kassieren ihr düsterstes SzenarioGegner von mehr Klimaschutzmaßnahmen glauben, gerade Oberwasser zu haben. Forscher des „World Climate Research Programme“, die auch die UN-Klimaberichte verfassen, haben sich nun offiziell von ihrem düstersten Szenario verabschiedet: einer Erhitzung der Erde um bis zu fünf Grad bis zum Jahr 2100. Dieses Szenario werde nicht eintreten, unter anderem weil erneuerbare Energien weltweit massiv ausgebaut werden. Stärker als erwartet.Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitun...
First seen: 2026-05-22 10:16
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