„Nach drei Jahren Rezession geht weiter nichts voran“ – Malmendier kritisiert Entlastungspolitik

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Der IWF traut Deutschland nur 0,8 Prozent Wachstum zu – für Ex-Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier ist die Lage alarmierend. Nach drei Jahren Rezession gehe „weiter nichts voran“. Und die Bundesregierung mache es mit ihrem „Gießkannenprinzip“ noch schlimmer.Die Lage der deutschen Wirtschaft ist nach Einschätzung von Ex-Wirtschaftsweiser Ulrike Malmendier ernst – und könnte sich noch verschlechtern. „Es kann sogar noch schlimmer kommen, je nachdem, wie lange der Irankrieg andauert. Insgesamt ist der Zustand der Wirtschaft erschütternd: Nach drei Jahren Rezession und Stagnation geht in Deutschland weiter nichts voran“, sagte die Finanzmarktprofessorin der US-Eliteuniversität Berkeley im Spiegel-Interview.Der IWF traut Deutschland in diesem Jahr nur 0,8 Prozent Wachstum zu. Die geplanten Reformen der Bundesregierung bei Gesundheit, Rente und Arbeitsmarkt seien zwar überfällig, sagte Malmendier. Doch die entscheidende Frage bleibe: „Wie erzielen wir endlich wieder Wachstum?“Mehr von WELT in der Google-Suche: WELT als Medium bevorzugenBesonders kritisch äußerte sich Malmendier über die Art, wie die Bundesregierung Bürger entlastet. „Mich stört das Gießkannenprinzip dieser Maßnahmen“, sagte sie. Deutlich sinnvoller wäre es, nicht immer 100 Prozent der Bevölkerung mitzunehmen, „sondern vielleicht nur jene 20 Prozent, die diese Entlastung wirklich benötigen“. Dazu müssten die Behörden die verschiedenen Datensätze aus Einkommensteuer, Sozialbereich und Auszahlungsmechanismen endlich besser verknüpfen. „Ich verstehe nicht, warum das nicht absolute Priorität hat.“Als Beispiel nannte Malmendier den Tankrabatt: Hätte das Bundesfinanzministerium über alle nötigen Daten verfügt, hätte es nach Einkommen und Bedarf unterscheiden können – aus der Pendlerpauschale ablesbar, wer welche beruflichen Wege hat, aus der Kfz-Steuer, wer übergroße Autos bewegt. „Es ergibt einfach keinen Sinn, allen Bürgern dieselbe Entlastung zu gewähren.“ Durch gezieltere Maßnahmen könnten enorme Summen gespa...

First seen: 2026-05-22 20:25

Last seen: 2026-05-23 06:30