Als sich der Schacht von Liushenyu plötzlich mit Gas füllte, befanden sich dort 247 Bergleute unter Tage. Was in der Kohlemine Freitagabend zu dem Unglück führte, blieb aber auch am Samstag zunächst ungewiss. Chinas Staatsmedien berichteten von mindestens 90 Menschen, die bei dem Unglück in der zentralchinesischen Kohleprovinz Shanxi ums Leben kamen. Es gilt als das schwerste Grubenunglück in der Volksrepublik seit 2009. Dutzende Verletzte befanden sich Samstag noch im Krankenhaus.Schon am Samstag rief Staats- und Parteichef Xi Jinping zu „allen Anstrengungen“ auf, um die Verletzten zu behandeln, und verlangte, „die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden“. Die Behörden sollten Lehren daraus ziehen. Dass sich Xi so rasch einschaltet, deutet darauf, dass die offiziell gemeldete Zahl der Toten noch deutlich steigen kann. Mindestens achthundert Rettungskräfte wurden an den Unglücksort beordert.Die betroffene Mine in der Dreimillionenstadt Changzhi förderte vor allem Kokskohle und gehört einem großen chinesischen Staatsunternehmen. Mindestens ein ranghoher Funktionär des Unternehmens Shanxi Tongzhou Coal Group wurde verhaftet.Großer Druck auf KohleförderungChina erzeugt mehr als sechzig Prozent seines Energiebedarfs mit Kohle, die es in großen Teilen selbst fördert. Die Regierung hat die Kohleproduktion zuletzt noch einmal erhöht. Nie förderte China mehr Kohle als heute. Die Provinz Shanxi, in der das Unglück geschah, produziert dabei fast ein Drittel der chinesischen Kohle. Der Produktionsdruck auf Betreiber ist insbesondere zu dieser Zeit hoch. Zum einen lässt der beginnende Sommer die Stromnachfrage für Klimaanlagen steigen, zum anderen lastet der Irankrieg mit ausbleibenden Rohstofflieferungen auch auf Chinas Energiemarkt.Gleichzeitig hat die Regierung Arbeitsschutzgesetze verschärft, die Zahl der Minenunglücke ist im Vergleich zu früheren Zeiten deutlich zurückgegangen. Einst starben in der Volksrepublik jedes Jahr viele Hundert Bergleute bei Unglüc...
First seen: 2026-05-23 10:34
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