Immer mehr Menschen in Deutschland verweigern offenbar den Dienst an der Waffe. So hat sich die Zahl der Kriegsdienstverweigerer im ersten Quartal des Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 3493 verdreifacht. Das teilte die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) am Samstag unter Berufung auf eine Antwort der Bundeswehr an die Organisation mit.Damit wäre schon in den ersten drei Monaten des Jahres annähernd der Gesamtwert vom Vorjahr von 3867 Anträgen erreicht. „Setzt sich der Trend fort, werden dieses Jahr deutlich mehr als 15.000 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung gestellt werden“, erklärte DFG-VK-Bundessprecherin Cornelia Mannewitz.Von den Anträgen kamen demnach 64 von aktiven Soldatinnen und Soldaten, 236 von Reservisten und 3193 von Männern, die noch nie bei der Bundeswehr waren. Nach Angaben der Friedensorganisation suchten allein im April mehr als 1000 Menschen DFG-VK-Beratungsstellen auf, um Informationen und Unterstützung bei ihrer Verweigerung zu erhalten.Dabei handele es sich nicht nur um junge Männer und Frauen aus dem Geburtsjahrgang 2008, die aktuell wieder von der Wehrpflicht erfasst werden. Der Verband wertet das als „eine klare politische Absage an das von Verteidigungsminister Boris Pistorius ausgerufene Ziel der Kriegstüchtigkeit und die Bestrebungen der Bundesregierung, die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee Europas auszubauen“.Das neue Wehrdienstgesetz gilt seit Januar. Alle Männer und Frauen erhalten demnach im Jahr ihrer Volljährigkeit Fragebögen, um ihre Eignung für den Dienst an der Waffe abzufragen. Für Männer ist das Ausfüllen des Fragebogens verpflichtend, für Frauen freiwillig. Generell besteht danach jedoch noch keine Verpflichtung zum Wehrdienst.
First seen: 2026-05-23 14:37
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