Fast zwei Monate nach der Parlamentswahl in Dänemark ist die geschäftsführende Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erneut mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Das ist das Ergebnis der sogenannten Königsrunde, die einberufen wurde, nachdem der rechtsliberale Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen mit Koalitionsverhandlungen gescheitert war. Bei der Königsrunde geben alle Parlamentsparteien bei König Frederik X. bekannt, für wen sie sich als Leiter der Regierungsverhandlungen aussprechen. Wer die größte Unterstützung hinter sich vereint, darf als Erstes versuchen, eine Regierung zu bilden. Bereits nach der ersten Königsrunde Ende März hatte Frederiksen dieses Mandat bekommen, bei ihren Verhandlungen aber keinen Durchbruch erzielt. Danach war Lund Poulsen an der Reihe, auch diese Gespräche scheiterten. Dies ist nun der zweite Versuch für Frederiksen seit dem Wahlausgang. Ziel ist eine Mitte-links-Regierung Frederiksens erste Koalitionsgespräche waren zuvor gescheitert. Ziel ist jetzt wohl eine Mitte-links-Regierung. Relevant für die Koalitionsbildung können Verhandlungen mit dem früheren dänischen Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen sein, der vor einigen Jahren eine neue Partei der politischen Mitte, Moderaterne, gegründet hatte. Um regieren zu können, reicht es in Dänemark, keine Mehrheit gegen sich zu haben. Die Entscheidung ermöglicht Frederiksen, sich eine dritte Amtszeit in Folge zu sichern. Ihre Sozialdemokraten sind trotz schwerer Wahlverluste weiterhin die stärkste Kraft im Land. Die dänische sozialdemokratische Partei erzielte das schlechteste Wahlergebnis seit 1903. Von ihren vorherigen 50 der insgesamt 179 Sitze im Parlament müssen sie nach der Wahl 12 abgeben.
First seen: 2026-05-23 14:37
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