Proteste in Bolivien "Die Menschen sind verzweifelt" Stand: 23.05.2026 • 20:12 Uhr Die Proteste und Blockaden in Bolivien werden immer massiver. In La Paz werden Lebensmittel und Treibstoff knapp. Es ist die größte Bewährungsprobe für die erst vor sechs Monaten angetretene Mitte-Rechts-Regierung. "Er muss zurücktreten" und "Vaterlandsverräter", skandiert ein Chor aus Demonstranten. Gemeint ist Boliviens Präsidenten Rodrigo Paz. Tausende protestieren seit Tagen in und um Boliviens Metropole und Regierungssitz La Paz. Die Forderungen sind dabei so vielfältig wie die Gruppen der Demonstrierenden. Minenarbeiter in Blaumann sind dabei, Bauersfrauen in bunten Röcken, indigene Anführer in roten Ponchos. Lehrerin Beatrix Huallaca protestiert gegen gestiegene Lebenshaltungskosten und fordert Lohnerhöhungen. Präsident Paz regiere für die Eliten, sagt Minenarbeiter Alfonzo Ramos Chino. Die Regierung sei ein Desaster für die Ärmsten. Dabei hätten viele hier Paz gewählt, empört sich der Bauer Hermogenes Trujillo Olivera gegenüber Journalisten der Nachrichtenagentur AFP: "Er hat so viele Versprechen gegeben, aber er hält keines davon. Stattdessen geht er hart gegen uns vor." Anfang der Woche waren die Proteste eskaliert: Steine und Sprengkörper flogen, die Polizei rückte mit Tränengas vor, es kam zu Straßenschlachten. Dutzende wurden verletzt, laut Ombudsstelle gab es mehr als 45 Festnahmen. Größte Herausforderung für junge Regierung Dabei hatte der Christdemokrat Paz sich zunächst zu Zugeständnissen bereit gezeigt, war mit verschiedenen Akteuren in Verhandlungen getreten, etwa zu Lohnerhöhungen und den Zugang zu besserem Benzin. Trotzdem nehmen die Proteste zu. Auch Anhänger des ehemaligen Präsidenten Evo Morales sind dabei. Mittlerweile dominiert die Forderung, Paz solle zurücktreten. Es ist die bisher größte Herausforderung für die noch junge Regierung Paz, die ihr Amt erst vor sechs Monaten antrat, nach fast 20 Jahren Einparteienherrschaft der linken "Bewegung zum Sozialismus...
First seen: 2026-05-23 18:41
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