„In der Türkei hat sich laut The Wealth Report 2026 die Anzahl der Personen mit einem Vermögen von über 30 Millionen US-Dollar in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Unter den Ländern, in denen die Zahl Superreicher besonders schnell steigt, nimmt die Türkei damit den dritten Platz ein.“ Was denken Sie, wenn Sie so eine Meldung auf den Wirtschaftsseiten lesen? Vermutlich, dass das System in der Türkei rund läuft, dass die „Erdoǧanomics“ die Türkei in ein Land des Wohlstands verwandelt haben, oder? Doch leider ist dem nicht so. Als Erdoǧan vor 24 Jahren an die Regierung kam, versprach er zwar, die Armut abzuschaffen, doch die Einkommensungleichheit hat sich ganz im Gegenteil nur weiter verschärft. Die Mittelschicht ist so gut wie verschwunden, heute ist die Türkei ein Land weniger Reicher und Millionen Armer.Während die Zahl der Ultrareichen sich binnen fünf Jahren verdoppelt hat, sind im gleichen Zeitraum die Lebensmittelpreise um 833 Prozent gestiegen. Weltweit haben sie sich im Durchschnitt um lediglich 101 Prozent erhöht. In der von der Regierung kontrollierten türkischen Presse lesen Sie davon wohl kaum etwas. Die britische Journalistin Lizzie Porter verglich Supermarktpreise in Istanbul und London und fand heraus, dass ein Warenkorb mit 19 gleichen Produkten in Istanbul 62 Prozent mehr kostet. Und das, obwohl der Mindestlohn in der Türkei nur rund ein Viertel von dem in Großbritannien beträgt.Bülent MumayEmir ÖzmenNicht nur für uns ist es hierzulande sehr teuer geworden, sondern auch für Ausländer. Laut Kreditkartenstatistiken verringerten sich die Ausgaben von Touristen in der Türkei in den letzten fünf Jahren um 78 Prozent. Türken gaben dagegen 82 Prozent mehr im Ausland aus. Und das nicht etwa für Luxusshoppingtouren. Viele von uns, so auch der Autor dieser Zeilen, fahren gelegentlich 300 Kilometer, damit der Supermarkteinkauf nicht allzu teuer wird. Wir fahren von Istanbul ins griechische Alexandroupolis, um den heimischen Kühlschrank zu füllen.Der Agrarexp...
First seen: 2026-05-24 08:49
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