Irina Scherbakowa: »Ich wurde oft gefragt: Warum lernst du so eine hässliche Sprache?«

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In unserer Gesprächsreihe »Meine Schule des Lebens« erzählen prominente Menschen von ihrem Bildungsweg. DIE ZEIT: Irina Scherbakowa, was ist Ihr deutsches Lieblingsgedicht? Irina Scherbakowa: »Über allen Gipfeln / Ist Ruh’, / In allen Wipfeln / Spürest Du / Kaum einen Hauch; / Die Vögelein schweigen im Walde. / Warte nur, balde / Ruhest du auch.« ZEIT: Goethes Wandrers Nachtlied. Warum? Scherbakowa: Weil es Ruhe verspricht. Ich habe seit Jahren keinen ruhigen Tag gehabt. ZEIT: Wieso nicht? Scherbakowa: Erst wurde 2021 in Russland die Menschenrechtsorganisation Memorial International verboten, die sich um die Aufarbeitung stalinistischer Verbrechen bemühte – ich war dort für die Bildungsarbeit zuständig. Dann folgte der Krieg gegen die Ukraine, und ich ging in die Emigration nach Deutschland. Und im Oktober 2022 wurde Memorial mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

First seen: 2026-05-24 15:54

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