Mögen andere Länder noch so viele Verbrechen begehen – Forscher in Deutschland setzen am liebsten Israel auf die Anklagebank. Jüngstes Beispiel: ein fragwürdiger Beschluss der Völkerkundler.Die Deutsche Gesellschaft für Völkerkunde heißt seit einigen Jahren politisch korrekter Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSK). Der Namenswechsel kann aber nicht über Kontinuitäten hinwegtäuschen. So blieb die Leitung bis weit in die 1960er-Jahre hinein in der Hand von Männern, die Karriere gemacht hatten, als die Völkerkunde der Rassenlehre und dem Antisemitismus der Nazis zuarbeitete.Unter postkolonialen Vorzeichen lebt diese Kontinuität wieder auf. Bei ihrer jüngsten Mitgliederversammlung „empfahl“ die Gesellschaft ihren Mitgliedern die „kritische Überprüfung institutioneller Kooperationen mit israelischen Universitäten und Forschungseinrichtungen“. Kein anderes Land wird von den deutschen Völkerkundlern derart stigmatisiert: nicht Russland, China, der Iran, die autoritären arabischen Staaten, nicht der Sudan, wo ein Völkermord ungeheuren Ausmaßes im Gange ist, nicht Tansania, wo die Opposition abgeschlachtet wird. Nicht Donald Trumps Amerika, wo die Forschungsfreiheit in Gefahr ist. Nur der jüdische Staat.Der Vorstand der DGSK redet sich darauf hinaus, dass in einer zweiten Resolution grundsätzlich der kritische Umgang mit der internationalen wissenschaftlichen Kooperation empfohlen werde. Ein Feigenblatt, solange nichts daraus folgt als der Boykott Israels. Auch werde explizit die individuelle Kooperation mit israelischen Wissenschaftlern nicht ausgeschlossen. Erst recht ein Feigenblatt: als würde etwa eine Professorin der Hebrew University in Jerusalem oder der University of the Negev in Beerscheba mit einer deutschen Einrichtung zusammenarbeiten wollen, die ihren Staat und ihren Arbeitgeber derart sonderbehandelt. Es handelt sich um einen akademischen Judenboykott.Nun steht es der DGSK selbstverständlich frei, in die Fußstapfen ihres Gründungsdire...
First seen: 2026-05-25 10:12
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