Die Standhaftigkeit der Nato wurde belohnt – nach zehn Jahren

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Auf Initiative von Helmut Schmidt beschloss die Nato am 12. Dezember 1979 einen flexiblen Umgang mit der UdSSR: Nachrüstung – und gleichzeitig das Angebot von echten Abrüstungsgesprächen. Die neue Folge unserer Serie zu 80 Jahren WELT.Der Kanzler war ernsthaft besorgt. Deshalb wählte Helmut Schmidt ein vor allem für Fachleute interessantes Forum statt der großen außenpolitischen Bühne: Ihm ging es um die Sache und nicht um maximale öffentliche Wirkung. Also nutzte der Sozialdemokrat den Gastvortrag beim Londoner International Institute for Strategic Studies (IISS), um seine weitreichenden Überlegungen zu entwickeln – er wusste, dass sämtliche an Sicherheitspolitik interessierten Kreise diese Rede lesen würden. „Eine auf die Weltmächte USA und Sowjetunion begrenzte strategische Rüstungsbeschränkung muss das Sicherheitsbedürfnis der westeuropäischen Bündnispartner gegenüber der in Europa militärisch überlegenen Sowjetunion beeinträchtigen“, führte der Kanzler aus, „wenn es nicht gelingt, die in Europa bestehenden Disparitäten parallel zu den SALT-Verhandlungen abzubauen.“Schmidt sorgte sich, dass über den Anstrengungen zu einer Einigung der beiden Supermächte (genannt „Strategic Arms Limitation Talks“ oder kurz SALT) die westeuropäischen Interessen zu kurz kommen könnten. Deshalb ergänzte er, der selbst seit Mitte der 1950er-Jahre Sicherheitspolitik im Kalten Krieg betrieb: „Die Allianz (gemeint: die Nato, d. Red.) muss bereit sein, für die gültige Strategie ausreichende und richtige Mittel bereitzustellen und allen Entwicklungen vorzubeugen, die unserer unverändert richtigen Strategie die Grundlage entziehen könnten.“Doch der Kanzler sprach an diesem 28. Oktober 1977 in London zu Fachleuten, nicht zu einem allgemeinen Publikum – da musste er konkreter werden. Schmidt formulierte klar: „Man könnte auf der Seite des westlichen Bündnisses massiv aufrüsten und die Zahl der Soldaten und der Waffensysteme hochtreiben. Man könnte aber auch sowohl auf der Seite der Nato wie ...

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