Die deutschen Arbeitgeber kritisieren, dass die Krankenkassenbeiträge auch 2027 steigen werden – obwohl die Bundesregierung etwas anderes in Aussicht stellt. Um die Gesundheitskosten doch noch in den Griff zu bekommen, schlägt der Arbeitgeberverband drastische Schritte vor, darunter eine neue Praxisgebühr und Einschnitte beim Krankengeld.Ein von Gesundheitsministerin Nina Warken vorgelegter Gesetzentwurf könnte zwar die Beitragssätze möglicherweise stabil halten, durch die Hintertür stiegen die Belastungen aber trotzdem, heißt es in einer noch unveröffentlichten Stellungnahme der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).„Die aktuellen Reformpläne lassen weiterhin Milliarden an möglicher Entlastung liegen“, sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der F.A.Z. „Deshalb bleibt es dabei, dass die Beitragszahler auch im kommenden Jahr stärker belastet werden. Das ist der falsche Weg.“Wirtschaft erwartet Zusatzbelastung von 3,2 Milliarden EuroWarken und Kanzler Friedrich Merz (beide CDU) hatten nach dem Kabinettsbeschluss zum Beitragsstabilisierungsgesetz versprochen, die Sätze nicht zu erhöhen. Doch Dulger warnt, dass die Abgaben trotzdem zunähmen: „Wer die Lohnzusatzkosten weiter erhöht, gefährdet Beschäftigung und Wachstum, genau das können wir uns in dieser Lage nicht leisten.“Die Zusatzbelastungen für die Arbeitgeber beziffert die BDA für 2027 auf 3,2 Milliarden Euro. Davon entfielen 1,3 Milliarden auf die außerplanmäßige Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze. Diese beträgt derzeit 69.750 Euro im Jahr, Einkünfte darüber werden nicht verbeitragt. Warken möchte die Schwelle um 3600 Euro heraufsetzen. Die Beiträge für Beschäftigte, die oberhalb der derzeitigen Grenze verdienen, legten dann um zehn Prozent zu, hieß es.Zusätzlich erwarten die Arbeitgeber, dass die GKV-Abgaben auf Minijobs bis 603 Euro im Monat um 1,9 Milliarden Euro im Jahr wachsen werden. Denn Warken strebt einen Anstieg der Beiträge, welche die Unternehmen allein aufbringen, von 13 auf 1...
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