„Jedes Mal tut es mir weh für die Stadt“

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Lemberg, den 24. Mai, nachmittags„Wir sind wohlauf“, schrieb die alte Bekannte meiner Frau am Morgen. Sie wartete nicht einmal, bis wir sie anschrieben. Nach der Horrornacht in Kiew wollte sie unbedingt jemandem sagen: „Wir haben auch das überstanden. Wir haben auch diesen brutalsten Angriff auf unsere Stadt überlebt.“Auch alle unsere anderen Freunde in Kiew haben diese Nacht überstanden. Den halben Vormittag waren meine Frau und ich damit beschäftigt, sie anzutexten und anzurufen. Erst nach ein paar Stunden atmeten wir erleichtert auf.Einige unserer Freunde und Bekannten verbrachten den Luftalarm in einem Schutzbunker, auf einer improvisierten Liege aus Stühlen, andere zwischen zwei dicken Wänden im Flur ihrer Wohnung. Über Explosionen – mal näher, mal etwas weiter entfernt – berichteten alle. Und über das bedrohliche Brummen der Drohnen. Manche spürten sogar, wie die Erde bebte, von nahen Explosionen erschüttert.Zwei Tote, 91 Verletzte – es war der massivste Angriff auf die ukrainische Hauptstadt seit Kriegsanfang. Wenn man es genau nimmt, dann freilich der massivste seit zehn Tagen. Als Putin verzweifelt die Unterstützung von Donald Trump gesucht hatte, um die Siegesparade am 9. Mai ungestört am Roten Platz abnehmen zu können und dabei sogar eine dreitägige Waffenruhe verkündet hatte, war klar, dass es sich dabei um eine typische KGB-Finte handelte. Lesen Sie auchArtikeltyp:AdvertorialWissen für SparerDer Westen fing naiverweise wieder an, zu diskutieren, ob Russland zu ernsthaften Verhandlungen bereit wäre, während die Kämpfe an der Front ununterbrochen weitergingen, und Moskau seine ballistischen Raketen, Marschflugkörper und Drohnen für den nächsten Angriff herrichtete. Die Antwort kam in der Nacht zum 14. Mai – insgesamt griffen innerhalb von zwei Tagen über 1500 Drohnen und 60 Raketen die Ukraine an. 24 Menschen starben in Kiew, als ein russischer Marschflugkörper in ein Wohnhaus flog.Zehn Tage später wurde Kiew besonders stark in Mitleidenschaft gezogen, al...

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