interview Drohungen aus Moskau "Die Russen werden ernst machen" Stand: 26.05.2026 • 21:14 Uhr Russland verschärft seine Rhetorik: Der Kreml kündigt weitere massive Angriffe auf Kiew an. Silke Diettrich, Moskau-Korrespondentin der ARD sagt, solche Drohungen müsse man ernst nehmen. Russland wolle nun ein Zeichen der Stärke setzen. tagesschau24: Die russische Regierung spricht von weiteren Angriffen auf Kiew. Im Fokus sollen systematische Schläge gegen militärische und politische Entscheidungszentren in der Hauptstadt sein. Was ist genau damit gemeint? Silke Diettrich: Das wurde in der Tat nicht konkreter benannt. Heute ist die Sprecherin des russischen Außenministeriums noch mal befragt worden und hat ziemlich sarkastisch geantwortet. Sie hat gesagt: 'Soll ich Ihnen etwa noch eine Karte geben, wo wir die Angriffe hinlenken werden?' Also im Prinzip haben Sie nur gesagt, dass es um militärische Infrastruktur geht oder alles, was damit zu tun hat. Das Narrativ der russischen Regierung ist ohnehin, dass sie nie zivile Infrastruktur angreifen wollen. Sie würden auch alles daran setzen, dass Zivilisten nicht verletzt werden - das ist eigentlich das, was hier immer wieder gesagt wird. Zur Person Silke Diettrich berichtet als Korrespondentin für das ARD-Studio Moskau "Staatsfeind Nummer Eins" tagesschau24: Russland hat Ausländer und Diplomaten aufgerufen, Kiew zu verlassen. Die EU wies das zurück. Wie reagiert Kremlchef Wladimir Putin auf diese Haltung der EU? Diettrich: Darauf hat Putin bisher noch nicht konkret reagiert. Aber wir kennen ja die Haltung von Putin beziehungsweise des Kremls, wenn es etwa um neue Sanktionen von der EU geht. Dann gibt es schon harte Ausdrücke. Wie zum Beispiel, das seien doch alles "Schwachköpfe" in der EU. Es wird auch oft gesagt, die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wolle doch nur den Krieg vorantreiben - zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Auch Deutschland ist so etwas wie der "Staatsfeind Nummer Eins"...
First seen: 2026-05-26 19:39
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