„Und jetzt schämen wir uns fast für unsere Tugenden“, sagt Matthias Sammer

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Matthias Sammer sieht enorme Probleme im deutschen Fußball. Ihm fehlt die Identität. Der Europameister von 1996 wählt drastische Worte. Und zeigt eine Lösung auf. Es reiche ein DIN-A-Zettel.Matthias Sammer hat vor dem Beginn der Weltmeisterschaft die mangelnde Identität im deutschen Fußball angemahnt. „Zu unseren Stärken haben immer Kampfgeist und Wille gezählt. Das hat alle großen Mannschaften ausgemacht, übrigens auch unsere Weltmeister von 2014, deren Zauberfußball so gefeiert wurde“, sagte der 58-Jährige dem „Stern“ im Interview: „Und jetzt schämen wir uns fast für diese Tugenden.“Der Deutsche Fußball-Bund benötige ein klares Spielkonzept, das für die Nationalmannschaft und für alle Nachwuchsteams gelte, führte der Europameister von 1996 aus. Grundsätzlich werde im deutschen Fußball zu viel über Haltungsnoten gesprochen: „Wir reden zu viel über die Schönheit des Spiels, über Ballbesitz – und zu wenig darüber, wie man es gewinnt.“Was dagegen spreche, dem Publikum ein schönes Spiel zeigen zu wollen, wurde Sammer in dem Gespräch von den Reportern gefragt. Seine Antwort: „Im Prinzip nichts, aber wir verleugnen uns selbst, wenn wir versuchen, zu kopieren und zum Beispiel wie Spanien spielen zu wollen. Wir haben nicht dieses Feinfüßige, dieses technisch Filigrane. Wir schwächen uns selbst, wenn wir ständig nur auf die anderen schielen, statt uns auf unsere Stärken zu besinnen.“Sammer nimmt Weltmeister in die PflichtMit Blick auf das Personal wünscht sich der sportliche Berater von Borussia Dortmund einen größeren Einfluss von ehemaligen Profifußballern. Sammer findet, dass sich die Weltmeistermannschaft von 2014 stärker in den deutschen Profifußball einbringen müsste: „Wir brauchen mehr Jungs, die auf höchstem Niveau gespielt haben und auch die Verantwortung im Fußball von heute mit übernehmen.“Die geringe Anzahl an früheren Spitzenspielern in den Bundesliga-Chefetagen betrachte er mit großer Sorge. In entscheidenden Positionen seien zu viele Leute am Werk, die „nicht...

First seen: 2026-05-27 08:47

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