Der angekündigte Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland könnte die lokale Wirtschaft laut einer Studie stark beeinflussen. Er könne zum Verlust von rund 2.650 Vollzeit-Arbeitsplätzen in der betroffenen Region und ihrem nahen Umfeld führen, hieß es in der Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der Universität Köln. Den Angaben nach geht es dabei nur zu einem Teil um direkte Entlassungen von Zivilangestellten auf den Militärbasen. Mehr als 60 Prozent der Arbeitsplatzverluste wären allerdings durch wegfallende Kaufkraft der Soldaten bedingt sowie durch wegfallende Nachfrage der Militärbasen nach lokalen Gütern und Dienstleistungen. Besonders hart treffe es den Angaben nach die direkt von den Schließungen betroffenen zivilen Arbeitskräfte. Diese haben den Untersuchungen zufolge auch 15 Jahre nach ihrer Entlassung noch deutlich geringere Beschäftigungschancen und verdienen im Schnitt dauerhaft rund neun Prozent weniger als vergleichbare Arbeitnehmer. Negative Effekte bis heute messbar Auch für die betroffenen Kommunen hätte der Abzug nach Einschätzung der Ökonomen gravierende und lang anhaltende finanzielle Folgen. Demnach sinken die kommunalen Einnahmen, insbesondere aus der Gewerbesteuer, deutlich. In der Vergangenheit reagierten die Kommunen zum Ausgleich von Verlusten mit Ausgabenkürzungen und einer Erhöhung der Steuersätze, vor allem bei der Grundsteuer. Die negativen Effekte auf die Beschäftigung und die öffentlichen Finanzen in den Regionen bleiben der Studie zufolge bis heute messbar. Für die Studie untersuchten die Forscherinnen und Forscher, welche Folgen der Truppenabzug von US-Soldaten nach dem Ende des Kalten Krieges hatte. Damals wurden innerhalb von fünf Jahren etwa 200.000 US-Soldaten aus Deutschland verlegt. »Der Truppenabzug war in erster Linie eine sicherheitspolitische Entscheidung, aber er führte auch zu lokalen Wirtschaftsschocks«, sagte Ökonom Jakob Schmidhäuser.
First seen: 2026-05-27 09:48
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