Die Grünen haben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vorgeworfen, keine Antwort auf die Wirtschaftskrise zu finden. Das Wirtschaftswachstum breche weiter ein, sagte Fraktionschefin Katharina Dröge der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf die gesenkte Konjunkturprognose der Wirtschaftsweisen. „Der Öl- und Gasschock trifft die deutsche Wirtschaft hart“, sagte Dröge. „Und Friedrich Merz schaut ratlos zu.“ Der Bundeskanzler weigere sich, von alten Ideologien Abschied zu nehmen. Die Wirtschaft zahle einen hohen Preis für die Abhängigkeit von fossilem Öl und Gas.Dröge warf Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vor, die Situation durch ihre Politik noch weiter zu verschärfen. „Es braucht endlich zielgerichtete Entlastungen für Verbraucher und Unternehmen“, forderte Dröge, etwa durch eine Absenkung der Stromsteuer für alle. Zudem müsse es einen Fahrplan zur Unabhängigkeit von fossiler Energie und einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren geben. Dröge forderte einen „Sofort-Stopp aller Klimazerstörungsgesetze“ von Reiche.Die Wirtschaftsweisen hatten in ihrem Frühjahrsgutachten ihre Wachstumsprognose für Deutschland für dieses Jahr von 0,9 auf 0,5 Prozent gesenkt. Als Gründe nannten sie den Iran-Krieg und den dadurch ausgelösten starken Anstieg der Rohöl- und Gaspreise.Dröge verlangte zudem Maßnahmen, um die Krankenkassenbeiträge um zwei Prozentpunkte zu senken: „Das wäre der Job der Bundesregierung, statt sich immer weiter zu zerstreiten.“ In ihrem Frühjahrsgutachten warnen die Ökonominnen und Ökonomen, dass der Gesamtbeitragssatz zu den Sozialversicherungen ohne Reformen bis zum Jahr 2040 auf fast 50 Prozent steigen könnte.Mehr von WELT in Google sehenGoogle zeigt zu vielen Themen passende Nachrichten an. Nutzer können nun festlegen, welche Quellen ihnen bevorzugt angezeigt werden:WELT als bevorzugtes Medium festlegen
First seen: 2026-05-27 10:48
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