„Verzerrtes Bild von Bürgergeld-Empfängern“ – Verband reicht Programmbeschwerde gegen ZDF-Doku ein

https://www.welt.de/feeds/latest.rss Hits: 4
Summary

Der Verein Sanktionsfrei geht gegen eine ZDF-Doku über Bürgergeld-Empfänger vor. Die Organisation kritisiert, der Sender zeige ein verzerrtes und diskriminierendes Bild von Leistungsbeziehern.Der Verein Sanktionsfrei hat beim ZDF-Fernsehrat Programmbeschwerde gegen eine Dokumentation über Bürgergeld-Empfänger eingereicht. Die Sendung „Am Puls mit Sarah Tacke – System Bürgergeld: Leben ohne Leistung?“ verstoße aus Sicht des Vereins „in mehreren Punkten gegen die Anforderungen an sachliche, ausgewogene und diskriminierungsfreie Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk“, wie die Organisation am Mittwoch in Berlin kritisierte.Die Programmbeschwerde wurde gemäß der ZDF-Satzung beim Fernsehrat eingereicht. Der Verein Sanktionsfrei unterstützt Bürgergeld-Empfänger bei Sanktionen.In der am 14. Mai ausgestrahlten ZDF-Doku zeichnet Reporterin Tacke das Bild eines Sozialsystems, das Missbrauch in manchen Fällen erleichtert: Gezeigt werden unter anderem ein Mann, der sich nach eigenen Angaben bewusst 76 Wochen krankschreiben ließ, und ein Handwerker, der trotz Bürgergeld bis zu 45.000 Euro schwarz verdient haben will; zugleich kommen auch positive Beispiele gelungener Integration vor. Tackes eigenes Fazit lautet: „Das System macht Missbrauch einfach.“Die Dokumentation zeichne „ein verzerrtes Bild von Bürgergeld-Empfängern“ und arbeite wiederholt mit außergewöhnlichen Einzelfällen, ohne diese ausreichend statistisch oder sozialwissenschaftlich einzuordnen, beklagte der Verein Sanktionsfrei. Dadurch entstehe der Eindruck, Sozialleistungsbetrug sei weit verbreitet und leicht möglich, obwohl offizielle Zahlen ein deutlich differenzierteres Bild zeigten. Helena Steinhaus, Gründerin von Sanktionsfrei, sagte: „Gerade öffentlich-rechtliche Formate tragen eine besondere Verantwortung, gesellschaftlich sensible Themen faktenbasiert und differenziert darzustellen.“ Sozialverbände, Armutsforscher, Betroffenenvertretungen oder die Bundesagentur für Arbeit kämen aber kaum oder ga...

First seen: 2026-05-27 11:49

Last seen: 2026-05-27 14:53