Gesundheitsversorgung: Studie: Flüchtlinge stoßen auf Hürden bei Arztbesuchen

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Wer nach Deutschland flüchtet, stößt vor allem in den ersten Jahren nach der Ankunft auf Hürden beim Zugang zur Gesundheitsversorgung. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), für die in den Jahren 2023 und 2024 Geflüchtete, die zwischen 2013 und 2022 eingereist waren, befragt wurden. Neben langen Wartezeiten erschwerten auch finanzielle Belastungen und teils große Entfernungen eine rasche Behandlung. Zudem fällt es vielen Flüchtlingen demnach schwer, sich im deutschen Gesundheitssystem zu orientieren. Auch aus ökonomischer Sicht, sei diese Unterversorgung problematisch, sagt die Autorin der DIW-Studie, Louise Biddle. Ihr Argument: Werde die medizinische Versorgung in den ersten Jahren nach der Ankunft verzögert, «verschlechter das ihre Gesundheit und führt langfristig zu höheren Kosten im Gesundheitssystem». An der Befragung nahmen 2023 bundesweit 6.197 Geflüchtete teil, im darauffolgenden Jahr wurden laut DIW 4.992 geflüchtete Menschen befragt. Orientierung fällt schwer Jeder dritte Teilnehmer der repräsentativen Befragung (33,1 Prozent) findet es den Angaben zufolge schwierig oder sehr schwierig herauszufinden, wo man bei gesundheitlichen Problemen im konkreten Fall professionelle Hilfe erhält. Die Geschwindigkeit, mit der Menschen in Deutschland die richtige medizinische Behandlung erhalten, variiert mit Blick auf die gesamte Bevölkerung stark je nach Versorgungsbereich. Bei Hausärzten ist die Situation vergleichsweise gut. Bei Fachärzten gestaltet sich die Situation deutlich schwieriger. Die durchschnittliche Wartezeit auf einen Facharzttermin beträgt inzwischen 42 Tage – 2019 waren es noch 33 Tage. Langes Warten auf den Arzttermin Von den Geflüchteten aus der Ukraine berichteten laut Studie rund 40 Prozent von langen Wartezeiten bei der Suche nach medizinischer Behandlung. Weite Wege sind demnach vor allem eine Hürde für nicht-ukrainische Geflüchtete, die nach 2021 eingereist sind. Von ihnen gaben 14 Prozen...

First seen: 2026-05-28 07:04

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