Vor einigen Jahren begann es, dass eine Hose in Deutschlands Theatern und von der Kritik weitgehend unbemerkt zu einem Bühnenstar geworden ist. Kaum eine Premiere vergeht seither, bei der sie nicht von Menschen beklatscht wird, die sie ebenfalls tragen, kaum eine Premierenfeier, bei der sie nicht im Zentrum steht. Das ganze Theaterwesen, überhaupt weite Teile der deutschen Kulturlandschaft sind ohne sie im Grunde gar nicht mehr denkbar. Ihr knautscharmer Synthetikstoff schlabbert um Künstler-, Kritiker- und Denkerbeine, er verkleidet als modischer Überbau den würdigen Unterbau einer Theatergröße wie Johan Simons, das nervöse Beinwerk Benjamin von Stuckrad-Barres und die trainierten Schenkel Sophia Thomallas. Die Hose wurde zu einer Art Uniform, zu einem Fetisch, und vielleicht sagt sie mehr über ihre Träger, als ihnen lieb sein kann.
First seen: 2026-05-28 08:05
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