Die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, hat die Errichtung eines Holocaust-Bildungszentrums in München als «nötiges Gegengewicht» zu politischem Extremismus bezeichnet. «Mit ihrer Geschichte als frühere "Hauptstadt der Bewegung" und ihrer Gegenwart als Ort des Erinnerns und Knotenpunkt des jüdischen Lebens in Europa bietet unsere Stadt perfekte Voraussetzungen für eine Einrichtung, die die Gedenkkultur in einer neuen Epoche stärken soll», sagte Knobloch. Die Zahl der Holocaust-Zeitzeugen sinke stetig, gleichzeitig wachse der politische Extremismus, vor allem von rechts. Das Bildungszentrum werde als Gegengewicht zu Entwicklungen in Politik und Gesellschaft gebraucht. «Dem Judenhass ist ohne Kenntnis der Geschichte nicht beizukommen», sagte Knobloch. Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hatte zuvor mitgeteilt, erstmals ein Bildungszentrum außerhalb Israels zu errichten. Die Wahl des Standorts war auf München gefallen, in Leipzig soll es eine Außenstelle geben. Das Bildungszentrum soll innerhalb von drei Jahren am Karolinenplatz entstehen. In der Nähe existiert bereits ein NS-Dokumentationszentrum. Die Gegend um den Karolinenplatz gilt auch als Zentrum des frühen Nationalsozialismus in Deutschland. © dpa-infocom, dpa:260528-930-139518/1
First seen: 2026-05-28 09:07
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