Günter Striewe hat sie noch erlebt, jene schaurigen Zeiten, die Steuerpolitikern von heute vorkommen müssen wie dunkelstes Mittelalter. 1958 etwa: Damals zog der Staat schon vom allerersten verdienten Pfennig an satte 20 Prozent an Einkommensteuer ein, wenn man den läppischen Jahresfreibetrag von umgerechnet 860 Euro einmal kurz außen vor lässt. Der Spitzensteuersatz lag gar bei 53 Prozent. Die Deutschen waren in jenen Gründerjahren ein geknechtetes, vom Finanzamt heimgesuchtes Volk, das kaum Luft zum Atmen hatte. „Es war“, sagt Striewe heute, „eine gute Zeit.“
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