Ursprünglich waren in der Bundesrepublik sieben Arten von Schlangen heimisch. Weil es wärmer wird, fühlen sich hierzulande inzwischen auch Reptilien aus dem Süden wohl. Die Folgen sind schon spürbar.Schlangen in freier Wildbahn gelten in Deutschland für viele immer noch als exotisch. Das liegt vor allem daran, dass bisher nur eine Handvoll Arten hierzulande heimisch war. Vor allem in Süddeutschland ändert sich das. Der Klimawandel begünstigt dort die Ansiedlung von Arten aus Südeuropa, unter anderem der Vierstreifennatter.„Von der haben wir in den letzten fünf Jahren bestimmt 15 Exemplare aus ganz Bayern gemeldet bekommen“, sagt Markus Baur, der Leiter der Reptilienauffangstation München. Das sei überschaubar, aber Schlangen könnten sich eben nicht so schnell ausbreiten wie etwa Vögel. „Die brauchen ein paar Generationen, um über die Alpen zu kommen.“Die Vierstreifennatter lebt eigentlich etwa in Italien und auf dem Balkan. „Sie wird aber immer häufiger auch bei uns in Wiesen und an Waldrändern gesichtet“, führt Baur aus. Lesen Sie auchWeltplus ArtikelMikrobiom und PsycheDer Fachtierarzt für Reptilien ergänzt: „Manche dieser Tiere dürften durch natürliche Migration bei uns gelandet sein. Die Erwärmung lässt sie nach Norden wandern, was noch durch Lebensraumzerstörung in ihrer alten Heimat angeschoben wird.“Schlangen als blinde PassagiereDer Mensch befördere Schlangen auch direkt, sagt Baur. Sie würden etwa als blinde Passagiere im Gartenhandel verfrachtet, und erst neulich sei eine im Unterboden eines Autos von Italien nach München mitgefahren. Auf Aussetzungen dürften die Neu-Vorkommen indes nicht zurückgehen. „Vierstreifennattern werden in der Terraristik kaum gehalten, ebenso wenig wie Vipernattern, zu denen wir auch schon ein paar Meldungen erhalten haben.“Vierstreifennattern können über zwei Meter lang werden – sind für Menschen aber ungefährlich. Dasselbe gilt für die höchstens einen Meter lange Vipernatter. Diese Art stammt aus dem Südwesten Europas und dem n...
First seen: 2026-07-20 15:10
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