Niedersachsen plant, rund zehn Prozent seines Küstenmeeres als streng geschützte und fischereifreie Flächen auszuweisen. Vorgesehen sind Gebiete im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und im Meeresschutzgebiet Borkum-Riff. Die genaue Auswahl ist noch nicht abgeschlossen, größere Änderungen werden jedoch nicht mehr erwartet.Nach Angaben von Umweltminister Christian Meyer sollen die übrigen 90 Prozent des Küstenmeeres grundsätzlich für die Krabben- und Muschelfischerei zugänglich bleiben. Zugleich bedeuten die geplanten Schutzgebiete Einschränkungen für die Krabbenfischer.Das Land will die Krabbenfischerei zusätzlich mit mehr als einer Million Euro unterstützen. Die Mittel sollen besondere Belastungen ausgleichen und Umweltleistungen der Betriebe fördern. In Niedersachsen sind insgesamt 114 Fischereifahrzeuge mit 317 Beschäftigten registriert, darunter 88 Krabbenkutter.Nach der Sommerpause soll das Gesetzgebungsverfahren zur Änderung des Nationalparkgesetzes beginnen. Ein Abschluss wird möglichst im Frühjahr 2027 angestrebt. Grundlage der Planungen ist die EU-Biodiversitätsstrategie für 2030, nach der zehn Prozent der Meeresflächen streng geschützt werden sollen.Die Fischereiverbände fordern weitere Gespräche, genauere Daten, Folgenabschätzungen und Änderungen an den vorgeschlagenen Gebieten. WWF und Deutsche Umwelthilfe verlangen dagegen einen stärkeren Schutz des Wattenmeeres vor Grundschleppnetzen.
First seen: 2026-07-22 13:45
Last seen: 2026-07-22 15:47