Die Polizeigewerkschaften in Sachsen-Anhalt verlangen eine Diskussion darüber, welche Aufgaben die Polizei angesichts der aktuellen Personalsituation übernehmen soll. Nach Angaben der Gewerkschaften seien Polizeikräfte vielfach mit Tätigkeiten gebunden, die auch von Ordnungsämtern, der Justiz oder anderen Stellen übernommen werden könnten. Dadurch fehlten Beamte unter anderem für Präsenz auf der Straße und Streifenfahrten. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) und der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) halten insgesamt 7.600 Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte in Sachsen-Anhalt für notwendig. Nach Einschätzung von DPolG-Landeschef Olaf Sendel könnte diese Zahl allerdings erst in einigen Jahren erreicht werden. Zuletzt lag die Zahl der Polizeivollzugsbeamten bei rund 6.500. Sendel sprach sich zudem dafür aus, dass die Polizei bei Fußballspielen den Weg ins Stadion absichert, während die Sicherheit innerhalb des Stadions Aufgabe des Veranstalters sein sollte. Auch die dauerhafte Bewachung besonders schutzwürdiger Orte könne teilweise durch Sicherheitsdienste erfolgen. Kommunen sollten nach Ansicht der Gewerkschaften stärker dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum zu verbessern.Kritisch sehen die Gewerkschaften den geltenden Einstellungsstopp für Tarifbeschäftigte bei der Polizei. Nach ihren Angaben fehlt Personal unter anderem in der Kriminaltechnik, in Laboren und in der Verwaltung. Außerdem lehnen die Gewerkschaften die von der AfD vorgeschlagenen Bürgerwachten ab und betonen, dass das Gewaltmonopol bei der Polizei bleiben müsse.
First seen: 2026-07-24 13:23
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