Sozialstaatsreformen: Arbeitgeber warnen vor dem geplanten Rentenpaket

https://www.faz.net/rss/aktuell/ Hits: 5
Summary

Die Gewerkschaften rufen zu Protestmärschen gegen die Renten- und Sozialpolitik der Regierung auf. Die geplante neue Kapitalrente schadet ihrer Ansicht nach der Wirtschaft. Aber auch den Arbeitgebern missfällt das Reformpaket, das die Rentenkommission für die Regierung erarbeitet hat. Sie fordern eine härtere Kostenbegrenzung, etwa indem das Renteneintrittsalter stärker steigt. Allerdings wenden sie sich zugleich gegen das Vorhaben, das Frührentenmodell der sogenannten verblockten Altersteilzeit abzuschaffen. Das zeigt jetzt ein 14-seitiges Papier, mit dem sich die Arbeitgeber-Bundesvereinigung BDA zu dem Reformpaket positioniert.„Ich stelle das Grundkonzept der Kommission nicht infrage, die Umsetzung muss aber mit deutlich geringeren Mehrbelastungen gelingen“, sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der F.A.Z. Wer eine kapitalgedeckte Säule für die Altersvorsorge aufbauen wolle, „muss dafür Geld freimachen“, forderte er. „Wer aber gleichzeitig die Beiträge zur gesetzlichen Rente kräftig erhöht, nimmt Beschäftigten und Unternehmen genau dieses Geld wieder weg.“ Dies sei „der zentrale Widerspruch der Vorschläge“.Zwei Prozent mehr vom Brutto für die KapitalrenteDas Reformpaket der Regierung sieht vor, von 2028 an einen Zusatzbeitrag von zunächst 0,5, später zwei Prozent vom Bruttolohn neben dem regulären Rentenbeitragssatz zu erheben, um eine ergänzende Kapitalrente aufzubauen. Im Gegenzug soll der Demographiefaktor in der Formel für die gesetzlichen Renten wieder greifen und ihren Anstieg dämpfen. Zugleich will die Kommission Wege in die Frührente schließen und die Regelaltersgrenze an die allgemeine Lebenserwartung koppeln. Steigt diese um drei Monate, soll die Altersgrenze um zwei Monate steigen.Die BDA rechnet vor, dass der Gesamtbeitragssatz zur Rente mit dem Konzept der Kommission binnen fünf Jahren von heute 18,6 auf rund 22 Prozent des Bruttolohns steige. „Das ist, als würde man die Mehrwertsteuer um vier Punkte anheben – nur dass diesmal nicht Kleidung und B...

First seen: 2026-07-24 13:23

Last seen: 2026-07-24 17:27