Die geringen Wasserstände auf vielen deutschen Flüssen setzen auch der Wirtschaft zu, deren Transporte erheblich beeinträchtigt werden. Die Straße und die Güterbahn erscheinen dabei nicht als Alternativen.Das Niedrigwasser an der Elbe ist für Siemens Energy gerade wieder einmal ein besonderes Problem. „Auf der Elbe zwischen Dresden und Magdeburg ist derzeit für die Industrie kaum eine wirtschaftlich sinnvolle Binnenschifffahrt möglich“, sagt Rüdiger Michael Fromm, Logistikmanager des Unternehmens. Siemens Energy ist einer der weltweit führenden Hersteller von Komponenten für die Energieversorgung, von Gas- und Windturbinen bis zu Transformatoren verschiedener Spannungsebenen.Vor allem mit den Großbauteilen, die im Inland gefertigt werden, ist es derzeit kompliziert. „Wir haben 2025 mehr als 300 Einheiten mit mehr als 100 Tonnen Gewicht aus unseren deutschen Werken über Binnenwasserstraßen transportiert“, sagt Fromm. In Dresden etwa baut Siemens Energy Transformatoren für die Mittelspannungsebene. Über die Elbe lassen sich solche Großbauteile per Binnenschiff auch für den Export ideal bis in den Hamburger Hafen bringen – wenn der Wasserstand es erlaubt. „Wo es möglich und nötig ist, zerlegen wir Großbauteile zum Transport in kleinere Komponenten“, sagt Fromm. „Ein Transformator lässt sich aber nicht zerlegen.“Ähnlich ist das mit den bis zu 500 Tonnen schweren Gasturbinen, die Siemens Energy in Berlin fertigt und die üblicherweise über Spree, Havel und das deutsche und europäische Kanalsystem verschifft werden können – derzeit aber nur mit erheblichen Einschränkungen. „Wir planen unsere Logistikabläufe in der Regel auf die Zeiten hin, in denen die Wasserstände Transporte von Großkomponenten erlauben“, sagt Fromm. „Generell versuchen wir, unsere Produktionsabläufe für Großbauteile mit den Transportmöglichkeiten auf den Binnenwasserstraßen in Deutschland abzustimmen.“Grundsätzlich hat der Wasserweg in Deutschland ein großes Wachstumspotenzial. Nur rund sechs bis sieben ...
First seen: 2026-07-27 12:27
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