Niemand lässt an diesem Abend Sympathie für die angeblich beliebteste Partei Deutschlands erkennen. Auch die Referentin nicht. Obwohl vieles von dem, was sie vorträgt, in ähnlichen Worten aus dem Mund eines AfD-Politikers kommen könnte. Etwa, wenn Susanne Schröter die „desaströse Migrationspolitik“ Angela Merkels beklagt und Bezüge zu Gewalttaten von Einwanderern herstellt. Wenn sie gegen die „woke Linke“ wettert, eindringlich vor der Bedrohung durch Islamisten warnt und der schwarz-roten Koalition in Berlin „bestenfalls symbolische Fortschritte“ attestiert.Doch ein Wahlaufruf zugunsten der AfD kommt Schröter nicht über die Lippen. Aus den Reihen des Publikums, das der Einladung der Ingrid-zu-Solms-Stiftung in ein Frankfurter Restaurant gefolgt ist, sind ebenfalls keine Wohlwollensbekundungen für die in vielen Umfragen führenden Rechtspopulisten zu vernehmen. Eher klingt in den Wortmeldungen Besorgnis durch, dass die AfD tatsächlich bald Regierungsmacht erlangen könnte – und die Hoffnung, Schröter möge sagen, wie das zu verhindern sei.„Links, rechts, islamistisch – die wahren Feinde der Demokratie“ heißt das neue Buch der Professorin, das sie auf Bitte der frauenfördernden Stiftung vorstellt. Es soll unter anderem Antwort auf die Frage geben, die ihre bürgerliche Zuhörerschaft an diesem Abend umtreibt: wie die AfD so stark werden konnte.Von Linken als „Rassistin“ beschimpftMan könnte auch fragen, worin Schröters Kompetenz auf diesem Gebiet besteht. Die Ethnologin leitete viele Jahre das Forschungszentrum Globaler Islam an der Frankfurter Goethe-Universität und ist nun nach dessen Schließung und dem Auslaufen ihrer Forschungsprofessur im Ruhestand. Wegen ihrer migrations- und islamismuskritischen Haltung stand sie öfter im Zentrum von Kontroversen; von linken Aktivisten wurde sie als „rassistisch“ und „rechtsextrem“ beschimpft. Das hat sie motiviert, den Blick über ihr Fachgebiet hinaus auf gesamtgesellschaftliche Phänomene zu richten.In ihrem Buch „Der neue Kulturka...
First seen: 2026-07-27 13:28
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