Wahlabende haben etwas Trügerisches: Um 18 Uhr gerinnt die Politik zu bunten Prozentbalken, zu Wahlpartyjubel und Elefantenrunden, und man glaubt leicht, es ließe sich hier Entscheidendes verstehen darüber, was politisch im Gange ist. Aber das ist eine Illusion. Selten ist das so klar geworden wie bei den AfD-Ergebnissen an diesem Wahlsonntag in Rheinland-Pfalz, eigentlich bei allen bisherigen Wahlen dieses Jahres. Viermal ist bisher gewählt worden 2026, Landtage in Baden-Württemberg und nun in Rheinland-Pfalz, kommunale Volksvertreter in Bayern und Hessen. In der nahezu kompletten südlichen Hälfte Deutschlands also, und es ging dabei um alles Mögliche, um rehbraune Augen und Özdemir gegen Hagel, um einen Sozialdemokraten mit Nebenjob beim FC Bayern, und um das Überleben einer sogenannten "guten Ampel" in Mainz. Doch es ging kaum um jene Partei, an der sich Politik und Öffentlichkeit sonst meist ausrichtet wie ein Magnetfeld: die AfD. Sie bekam ungewöhnlich wenig Aufmerksamkeit ab.
First seen: 2026-03-23 09:01
Last seen: 2026-03-23 09:01