Wie die Deutschen zu ihrer liebsten „Sättigungsbeilage“ kamen – und die Griechen

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Summary

An Klarheit ließ es Friedrich II. von Preußen nicht fehlen. In seinem berühmten „Kartoffelbefehl“ vom 24. März 1756 forcierte er den Anbau der Knolle in Schlesien. Das hatte Folgen.Es war schon mindestens der dritte Anlauf. Schon 1746 hatte der König eine Empfehlung für die preußische Provinz Pommern herausgegeben, zwei Jahre später für die Kur- und Neumark. Doch erst der Kartoffelbefehl an die Provinz Schlesien vom 24. März 1756 ging ins kollektive Bewusstsein ein und begründete einen wesentlichen Teil des Mythos rund um den „Alten Fritz“ – nicht umsonst liegen auf seiner Grabplatte am Schloss Sanssouci fast immer ein paar Knollen herum. In einem auf diesen Mittwoch datierten „Circulare an sämtliche Landräte und Beamte wegen Anbauung der Tartoffeln“ schrieb Friedrich II. von Preußen an seine Vertreter vor Ort in Schlesien, sie sollten den „Herrschaften und Untertanen den Nutzen von Anpflanzungen dieses Erd-Gewächses begreiflich“ machen. „Noch dieses Frühjahr“ müsse „die Pflanzung der Tartoffeln (so der damals übliche Name, d. Red.) als einer sehr nahrhaften Speise“ forciert werden. Denn dadurch würden „die armen Bauern und Untertanen in den Stand gesetzt, manchen Scheffel Korn mehr zu verkaufen“, aus dem sie sonst Brot für den eigenen Bedarf herstellen würden. „Schier unendlich“ seien Friedrichs Bemühungen gewesen, die Kartoffel in seinen Territorien anzusiedeln, urteilte der renommierte Agrarwissenschaftler und langjährige Direktor des Instituts für Pflanzenbau der Universität Göttingen, Gerhard Röbbelen (1929–2024), in einem Vortrag an der Akademie der Wissenschaften Göttingen 2012. Gleichwohl könne man „nicht einmal für die preußischen Territorien“ sagen, „dass er es gewesen sei, der diese neue Kulturpflanze in Deutschland eingeführt habe“.Die biologische Heimat der Kartoffel ist das westliche Südamerika: Hier wurden vor etwa 5000 Jahren erstmals Kartoffelknollen kultiviert; jedenfalls fand man zwischen Siedlungsresten in peruanischen Andentälern Hinweise darauf...

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