Messwerte bis zu 800.000 Mal höher als normal – aus dem Wrack des 1989 gesunkenen russischen U-Boots „Komsomolez“ tritt noch immer Radioaktivität aus. Was bedeutet das für eine der fischreichsten Regionen der Welt?Aus einem 1989 im Europäischen Nordmeer gesunkenen russischen Atom-U-Boot tritt weiterhin Radioaktivität aus. Die Messwerte des radioaktiven Isotops Strontium-90 liegen bis zu 400.000-mal höher als die natürliche Radioaktivität in diesem Seegebiet, die Messwerte von Caesium-137 sogar bis zu 800.000-mal. Die Radioaktivität werde jedoch durch Meeresströmungen schnell verdünnt, schreibt eine Gruppe um Justin Gwynn von der Norwegian Radiation and Nuclear Safety Authority in Tromsø im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS).Am 7. April 1989 – noch zur Zeit des Kalten Krieges – befuhr das sowjetische Atom-U-Boot „Komsomolez“ das Europäische Nordmeer, auch Norwegische See genannt. Zwischen Norwegen und Spitzbergen brach in etwa 400 Metern Tiefe im Heck ein Brand aus. Um auftauchen zu können, wurde Luft in die Ballasttanks gepumpt. „Es wird vermutet, dass die Leitung zum Backbord-Ballasttank versagte, wodurch Hochdruckluft in Schott 7 eindrang und das Feuer sich explosionsartig ausbreitete“, schreiben die Autoren. Das U-Boot erreichte zwar die Oberfläche, doch das Feuer verursachte ein Leck und das Boot sank. Nur 27 der 69 Menschen an Bord überlebten.Lesen Sie auchWeltplus ArtikelGesunde HerzfrequenzSeitdem liegt die „Komsomolez“ in knapp 1700 Metern Tiefe. Die Sowjetunion und später Russland untersuchten das Wrack. Um eine radioaktive Verseuchung zu verhindern, wurden 1994 Torpedorohre und andere Löcher mit Titanplatten versiegelt.Seit 2013 überwacht Norwegen das Wrack, 2019 nahmen Forscher mit ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen Untersuchungen vor und entnahmen Proben. Die Resultate zeigen, dass die Titanversiegelungen noch intakt sind. „Im unmittelbaren Umfeld des beschädigten vorderen Teils des U-Boots wurden keine Spuren von Plu...
First seen: 2026-03-24 11:26
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