Als Muslim und Linker in der Labour-Partei wird Londons Bürgermeister Sadiq Khan oft zur Zielscheibe der britischen Rechten – und von Donald Trump. Aber Khan hält an seiner Politik fest, fordert gar eine Rückkehr seines Landes in die EU. Nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen.Sadiq Khan löste Aufregung aus, als er 2016 zum Bürgermeister Londons gewählt wurde – als erster Muslim in einer EU-Hauptstadt. Seitdem wurde der Labour-Politiker, 1970 in London als Sohn pakistanischer Einwanderer geboren, zweimal wiedergewählt. Mit Donald Trump hat er eine Fehde laufen: Der US-Präsident bezeichnete Khan unter anderem als „schrecklichen, bösartigen, widerlichen Bürgermeister“, der in London die Scharia einführen wolle. Khan wiederum nannte Trump „rassistisch, sexistisch und islamfeindlich“. Die italienische Zeitung „La Repubblica“, wie WELT Mitglied der Leading European Newspaper Alliance (Lena), hat mit Khan gesprochen.Frage: Im Mai 2016 haben Sie Ihr Amt als Bürgermeister Londons angetreten, einen Monat später stimmte eine Mehrheit der Briten für den Austritt aus der EU. Wie blicken Sie heute auf den Brexit?Sadiq Khan: Die Zukunft Großbritanniens und Londons liegen in der Europäischen Union. Es ist ein unvermeidlicher und immer wichtigerer Schritt, in einer Welt, die ständig instabiler wird, und mit Donald Trump an der Macht in den USA: Europa ist unsere einzige Sicherheit. Deshalb fordere ich auch von Premierminister Keir Starmer und unserer Labour-Partei, bei den nächsten Wahlen mit dem Versprechen einer Rückkehr in die EU anzutreten, und zwar ohne zuvor ein zweites Referendum abzuhalten. Lesen Sie auchWeltplus ArtikelGroßbritannienFrage: Bislang haben Starmer und seine Regierung diese Möglichkeit immer kategorisch ausgeschlossen und sich höchstens zu einer Annäherung an die EU bereiterklärt.Khan: Aber wir haben doch keine andere Wahl. Ich sehe die negativen Folgen des Brexits jeden Tag, in wirtschaftlicher Hinsicht ebenso wie sozial und kulturell. Erst gestern wurden die ...
First seen: 2026-03-24 12:27
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