Radioaktiver Müll: Castor-Behälter rollen ins Münsterland

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Atommüll auf Reisen: Seit Dienstagabend rollt der erste von zahlreichen Castor-Transporten vom rheinischen Jülich ins Zwischenlager Ahaus im Münsterland. Der in Spezialbehältern verpackte hochradioaktive Abfall wird über die Straße in das rund 170 Kilometer entfernte Hochsicherheitslager gebracht. Was bedeutet das für Anwohner an der Strecke und die Bevölkerung? Worum geht es? Es geht um die sichere Zwischenlagerung von exakt 288.161 tennisballgroßen Brennelementen sowie 124 brennstofffreien Grafitkugeln aus einem Versuchsreaktor im rheinischen Jülich. Sie dürfen dort nicht mehr bleiben und werden jetzt nach und nach ins Atommüll-Zwischenlager Ahaus gebracht. Der Reaktor war ein Kugelhaufen-Hochtemperaturreaktor. Betreiber war die Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor GmbH in Jülich, kurz: AVR. Die Anlage war von 1967 bis 1988 in Betrieb. Wie gefährlich sind diese Abfälle noch? Außerhalb der Castoren immer noch hochgefährlich, weil die Brennstoffe in den Kugeln weiterhin radioaktive Strahlung abgeben. Laut der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH (JEN) als Auftraggeber der Transporte wäre rein theoretisch die Strahlendosis einer nicht abgeschirmten, durchschnittlichen AVR-Kugel in einem Meter Abstand nach etwa einem Monat Dauerbestrahlung tödlich für einen Menschen. Deshalb müssen die Brennelemente in Spezialbehältern aufbewahrt werden, die die Strahlung weitgehend abschirmen. Dringt trotzdem Strahlung aus den Transportern in die Umwelt? Ja. Die gesetzlichen Grenzwerte werden dabei aber weit unterschritten, betont die JEN. Laut der Gesellschaft liegt die mittlere Dosis neben dem Transportfahrzeug bei 0,04 Mikrosievert pro Stunde. Zum Vergleich: Bei einer einzigen Mammografie, also einer Brustkrebsuntersuchung bei Frauen, liegt laut Bundesamt für Strahlenschutz die Strahlendosis bei 400 Mikrosievert. In Deutschland liegt die jährliche Strahlendosis pro Einwohner aus natürlichen und künstlichen Quellen wie etwa Röntgenuntersuchungen im Schnitt bei ins...

First seen: 2026-03-24 22:38

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