Ausstellung "Suburbia" Den Traum vom Einfamilienhaus weiterdenken Stand: 25.03.2026 • 06:32 Uhr Viele Deutsche träumen von einem Einfamilienhaus. Doch Pendeln, Energieverbrauch und Isolation belasten die beliebte Wohnform. Eine Ausstellung in Frankfurt zeigt, wie das Eigenheim neu gedacht werden kann. Von Christoph Scheffer, hr Die Sonne scheint auf die Terrasse, auf die ein farbenfroh gepunkteter Schirm einen Schatten wirft. Im frisch gemähten Gras sitzt die adrett frisierte Mutter mit ihrem sehr blonden Kind. Und im Hintergrund schaut der Vater, der gerade von der Arbeit gekommen ist, vom Wohnzimmer aus auf sein perfektes Familienglück. Es sind solche Bilder, mit denen Zeitschriften wie "Schöner Wohnen" in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit den Traum vom Einfamilienhaus prägten. "Eigentlich ist das eine Anleitung zum richtigen Wohnen", sagt Jorun Jensen, Kuratorin der Ausstellung "Suburbia" am Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt. "Wie richten wir uns ein? Wer übernimmt die Hausarbeit? Der Hausherr fährt zur Arbeit, aus den Vororten in die Stadt." Nur 1,8 Personen pro Einfamilienhaus "Schöner Wohnen" hat Jensen ins Zentrum ihrer Ausstellung gerückt - mit einem Wohnzimmer im Stil der 1960er-Jahre, in dem man in alten Heften der Zeitschrift blättern kann. Klassische Familienbilder werden hier propagiert, aber auch damals moderne Architektur- und Einrichtungstrends. Da werden bei vielen Besuchern Erinnerungen wach: "Das Einfamilienhaus ist ein sehr emotionales Thema", sagt Jensen. In Deutschland sind dem Zensus 2022 zufolge fast 79 Prozent aller Wohngebäude Ein- und Zweifamilienhäuser. Doch die Wohnform hat eine schlechte Bilanz: Die kleinen Eigenheime mit großen Gärten tragen zur Zersiedlung der Landschaft bei und verursachen Pendlerströme. Auch die Energieeffizienz ist in vielen Fällen miserabel. Doch vor allem: Nach dem Auszug der Kinder wohnen oft nur noch ein oder zwei ältere Menschen auf einer verhältnismäßig großen Fläche. Im Schnitt leben in einem Einf...
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