Vier Wochen Krieg: "Für Irans Bevölkerung ist das eine desaströse Situation"

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interview Vier Wochen Krieg "Für Irans Bevölkerung ist das eine desaströse Situation" Stand: 29.03.2026 • 05:16 Uhr Die Bilanz von vier Wochen Krieg fällt für die iranische Bevölkerung verheerend aus, sagt die Iran-Expertin Azadeh Zamirirad im Interview. Was bedeutet das für den Wunsch nach einem Regimewechsel und für die Opposition? tagesschau.de: Seit vier Wochen greifen die USA und Israel Iran an, bombardieren Ziele in vielen Gegenden des Landes. Was bedeutet das für die Bevölkerung Irans, um die es ja vorgeblich auch gehen soll? Azadeh Zamirirad: Für die Bevölkerung ist das eine desaströse Situation. Sie kommt ja gerade aus einer traumatischen Phase. Es gab zu Beginn des Jahres Massenproteste in Iran, die mit einer ungeheuren Brutalität niedergeschlagen wurden. Die Menschen sind nun von dieser Situation direkt in eine Kriegssituation gerutscht, die sich ja auch im Alltag bemerkbar macht. Viele Orte des Landes werden bombardiert. Wir haben bislang etwa 1.500 zivile Opfer zu beklagen. Wir sehen, dass es mittlerweile mehr als drei Millionen Binnenvertriebene gibt. Viele versuchen gerade aus Teheran zu fliehen in vermeintlich sicherere Gegenden, vor allem in den Norden. Aber auch da werden mittlerweile Ziele angegriffen. Die zivile Infrastruktur ist gefährdet. Wir wissen noch nicht, was das wirklich für die Energieversorgung im Land bedeuten wird, je länger dieser Krieg anhält. Die Situation ist ziemlich dramatisch. "Der Sicherheitsapparat ist intakt" tagesschau.de: Nun wurde zu Beginn des Krieges als eines der Ziele ein Sturz des Regimes genannt. Dafür schaffe man mit diesem Krieg die Voraussetzungen. In der Folge sind viele Funktionsträger getötet worden. Ist das Regime inzwischen so sehr geschwächt, dass die Aussicht auf einen Regimewechsel gestiegen ist? Zamirirad: Die Aussichten auf einen fundamentalen Wechsel sind leider nicht gestiegen, nach allem, was wir bislang sehen können. Das ist bitter. Wir sehen, dass die Entscheidungsstrukturen nach wie vor funktioni...

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