„Kaum ein Lebewesen, das man im Nachkriegsdeutschland weniger wollte“

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Vom ersten Lebenstag an litten sie unter Ausgrenzung und Rassismus: In der Nachkriegszeit wurden in Deutschland Tausende „GI Babies“ geboren, deren Väter afroamerikanische Besatzungssoldaten waren. Viele wurden zur Adoption freigegeben.Sie trugen oft deutsche Namen, doch ihr Aussehen hob sie vom Durchschnitt der Kinder und Jugendlichen im Deutschland der Nachkriegszeit ab: Weil ihre Väter schwarze US-Soldaten waren, erlebten viele Kinder wegen ihrer Hautfarbe Rassismus und wurden verunglimpft. Ab Weihnachten 1945 kamen in Deutschland Tausende Kinder zur Welt, deren Mütter Deutsche und deren Väter gegnerische Soldaten waren. In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs hatte zahlreiche Vergewaltigungen gegeben, nicht nur durch sowjetische, sondern auch durch amerikanische Soldaten. Nach dem Kriegsende am 8. Mai 1945 ging das noch einige Zeit weiter, während sich gleichzeitig erste Liebesbeziehungen anbahnten; hinzu kamen Zweckbeziehungen und Prostitution. Trotz des offiziell geltenden Fraternisierungsverbots. Die US-Armee tolerierte solche Beziehungen jahrzehntelang nicht: Wenn bekannt wurde, dass ein Soldat eine Beziehung mit einer Deutschen hatte und sie schwanger wurde, wurde der Soldat sofort versetzt. Nach geltendem Recht waren die unehelichen Kinder deutsche Staatsbürger. Die Verantwortlichen in den Kommunen waren dennoch der Auffassung, die Kinder könnten „unmöglich in Deutschland bleiben und schon gar nicht die Schwarzen“, erläutert die Historikerin Silke Satjukow von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Sie hat das Thema Kriegs- und Besatzungskinder erforscht. Tatsächlich wurden viele schwarze Kinder zur Adoption ins Ausland freigegeben, was eine spätere Suche nach ihren familiären Wurzeln nahezu unmöglich machte.Blieben die Kinder in Deutschland, wuchsen sie in der Regel bei ihren alleinerziehenden Müttern oder im Heim auf. Seit dem 19. Jahrhundert galt, dass eine alleinerziehende, ledige Frau nicht alleine das Sorgerecht hatte, sondern es mit d...

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