Urteil mit Signalwirkung: 20-Jährige gewinnt Prozess gegen Meta und Youtube

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Eine Jury in Los Angeles hat einer heute 20-jährigen Klägerin einen weitreichenden Erfolg gegen Meta Platforms und Youtube zugesprochen. In einem Verfahren zum Suchtpotenzial digitaler Plattformen kamen die Geschworenen zu dem Schluss, dass die Dienste fahrlässig gehandelt und Nutzer:innen nicht ausreichend über Risiken informiert haben, wie unter anderem Tagesschau, Die Zeit und die New York Times berichten. Zudem befand die Jury, dass Meta und Google ihre Plattformen „vorsätzlich, unterdrückend oder betrügerisch“ betrieben hätten. Nach eigenen Angaben nutzte die Klägerin, bekannt als Kaley, die Plattformen schon im Kindesalter und bringt ihre späteren Depressionen und Angstzustände mit dieser intensiven Nutzung in Zusammenhang. Die Jury sprach ihr insgesamt sechs Millionen US-Dollar zu – drei Millionen US-Dollar Schadensersatz und weitere drei Millionen als Strafzahlung. Rund 70 Prozent davon soll Meta tragen, die restlichen 30 Prozent entfallen auf Google (Youtube). Sowohl Meta als auch Youtube kündigten an, gegen das Urteil vorzugehen. Auch der Meta CEO Mark Zuckerberg sagte im Verlauf des Verfahrens vor der Jury aus. Meta erklärte: Teen mental health is profoundly complex and cannot be linked to a single app. Jury sieht Fahrlässigkeit im Plattformdesign Im Prozess ging es nicht um einzelne Inhalte, sondern um das System dahinter. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob und wie die grundlegenden Funktionen der Plattformen das Nutzungsverhalten beeinflussen und gezielt verlängern. Die Klägerin argumentierte, dass Features wie endloses Scrollen, personalisierte Empfehlungen und automatisch nachladende Inhalte gezielt darauf ausgelegt sind, die Nutzung möglichst lange aufrechtzuerhalten. Diese Mechaniken seien darauf ausgelegt, Aufmerksamkeit kontinuierlich zu verlängern und Nutzer:innen möglichst lange im Feed zu halten. Die Geschworenen folgten dieser Argumentation und bewerteten das Vorgehen der Digitalplattformen als fahrlässig, weil sie Nutzer:innen aus ihrer Sicht...

First seen: 2026-03-26 13:08

Last seen: 2026-03-27 10:23