Tradition in Bayern: Im Schutz der Gebirgsschützen

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Summary

Die uralte Frage, ob der Russ über Unter- oder über Oberammergau einfallen wird, ist wieder topaktuell. Bis jetzt war es eigentlich wurscht, aus welchem Gebirgstal der Feind vorgerückt ist, denn die Alpenstämme stellten sich ihm überall grimmig entgegen. Schon um das Jahr 570 herum notierte der Wallfahrer Venantius Fortunatus, der Bajuware lauere Fremden auf und riet deshalb, den „groben Wegelagerern am Alpenrand“ tunlichst auszuweichen. Spätere Autoren schilderten die Bayern als „grobe leüt“, die Eindringlingen mit Hirschfängern und Dreschflegeln heimleuchteten.Von Haus aus stützt sich die Landesdefension der Bayern auf die Gebirgsschützen, deren 48 Kompanien sich entlang der Alpenkette aufreihen. Ihre ruhmvolle Geschichte reicht weit zurück, schon anno 1369 hatten die „Püxen Schützen“ aus Bad Reichenhall blutrünstige Horden gerupft, die mordend und sengend über das Oberland hergefallen waren. Mut und Unerschrockenheit sind die Tugenden der Gebirgsschützen, Stolz ist ihre Zier. Die Anführer des Freistaats setzen sich noch heute mit Wonne den Stopselhut aufs Haupt, als trügen sie die bayerische Königskrone.Ein Meer aus Stopselhüten erstreckte sich neulich über die Stadt Innsbruck, in der sich Gebirgsschützen aus Bayern und Tirol friedlich zusammenfanden. Sollten russische Spione in der Nähe gelurt haben, so werden sie nicht nur die alpenländische Wehrhaftigkeit bestaunt, sondern auch das Fehlen der Tegernseer Recken bemerkt haben. Ausgerechnet jene Kompanie, die einst Joseph Ratzinger, alias Papst Benedikt XVI., zum Ehrenmitglied ernannt und sich damit den Beistand des Himmels gesichert hatte. Unvergessen, wie die Tegernseer einmal im Vatikan einen Ehrensalut losfeuerten und Ratzinger die Knallerei sogleich als „Ausdruck göttlicher Freude“ theologisch legitimierte.Den Carabinieri war das Treiben trotzdem nicht geheuer, weshalb sie die Gebirgsschützen später entwaffneten. Dermaßen geschwächt, sahen sich die Gebirgler jetzt in Innsbruck nach eigenen Angaben nicht mehr...

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