Journalismus: Es muss sein, auch wenn es manchmal wehtut

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28. Mai 2026 | Lesezeit: 9 Min. Der frühere Kanzler Olaf Scholz zeigte seine Gefühle selten im großen Kreis, dafür aber zuweilen im kleinen. Wenn er bei Empfängen oder auf Reisen mit Medienleuten zusammenstand, bewertete er so ausgiebig wie leidenschaftlich deren Arbeit – nicht selten in dem Sinne, dass sie nicht richtig verstanden hätten, worum es eigentlich ging. Die meisten der Angesprochenen nahmen es sportlich: Schließlich lernen schon junge Lokalreporter, dass sie Kommunalpolitikern, die sie kritisieren, irgendwann wieder begegnen. Das Wiedersehen ist dann selten angenehm („Was haben Sie da wieder geschrieben?“), aber es ist eben Teil des Berufs: Reibung, Spannung, Konflikt zwischen Amtsträgern und Medien gehören in Demokratien zum Kern des Journalismus – sie sind sogar dessen Kern.

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