(SZ) In den vergangenen Wochen gab es einige Aufregung um den blauäugigen Kyffhäuser-Schrat Björn Höcke, der bekanntlich von einem blitzsauberen Vaterland träumt, in welchem glückselige Tradwifes um deutsche Linden tanzen. Für seine interessanten Zukunftsmodelle einer vormodernen Gesellschaftsordnung hat Höcke durchaus einige Anhänger gefunden, die nächsten Landtagswahlen könnten seiner Partei große Zugewinne bescheren und das Ansehen dieses in mancherlei Hinsicht kuriosen Mannes heben. Allerdings wird Björn Höcke, ganz gleich, welche Kränze ihm das deutsche Gemüt noch flechten wird, über mindestens zwei Schwellen in diesem Land keinen Schritt hinauskommen. Die eine Schwelle ist das Drogeriehaus Rossmann, wo Höcke womöglich hin und wieder vorstellig wird, um kühlendes Alraunenöl für seine erhitzte Stirn zu kaufen. Der Geschäftsführer des Hauses, Raoul Roßmann, sagte der SZ kürzlich, er möchte Herrn Höcke nicht in seiner Firma begrüßen. Der Podcaster Ben Berndt hatte Höcke dagegen sehr wohl bei sich begrüßt und ihn mehrere Stunden lang einfach reden lassen, was sich als durchaus zweckmäßig erwiesen hatte, denn auf diese Weise lernten die Deutschen ihren blauen Enzian aus dem Eichsfeld erst mal so richtig kennen.
First seen: 2026-05-25 14:17
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