Was im Leben wichtig ist: Hier muss man nicht dem intellektuellen Popanz genügen

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Altern, Spielen, Arbeiten, Wohnen, Lieben, Essen, Streiten, Schlafen und nun zum Abschluss noch Sprechen und Reisen – das ist die Reihe „Leben“ vom Verlag Hanser Berlin, zehn schmale Bücher. „Ich stelle mir vor, dass die zehn Bände wie ein kleiner Handapparat funktionieren, aus dem man – je nach Lebenssituation oder -phase – einzelne Bücher herauszieht und immer wieder aufs Neue liest, eine Art Minibibliothek, die einen ein ganzes Leben lang begleitet“, sagt die Verlagsleiterin Lina Muzur, die die Reihe erdacht hat.Die „großen“ Themen des Lebens sind eine paradoxe Angelegenheit. Einerseits denkt die Menschheit darüber nach, seit sie denken kann, mit philosophischem Anspruch oder ohne. Andererseits sind es Themen, bei denen alle mitreden können.Daniela Dröscher: „Sprechen“HanserDie beiden letzten Bücher dieser Reihe – „Sprechen“ von Daniela Dröscher und „Reisen“ von Felicitas Hoppe – spiegeln dieses Paradox. Sie haben erstaunlich viel gemeinsam. Beide Autorinnen erzählen zwanglos subjektiv, mit gelegentlichen Verweisen auf Klassiker. Sie schreiben locker und anregend, allerdings gibt es viele Redundanzen, und man muss jederzeit mit Gemeinplätzen rechnen. Zum Beispiel: „Wer nicht hinreichend mit sich selbst in Verbindung ist, kann sich auch schlechter mit anderen verbinden.“ Das schreibt Dröscher. „Denn die Zeit rennt, und wir rennen mit. Wer schreibend versucht, sie einzufangen, gleicht dem Dummen im Märchen, der nach dem Mond angeln will.“ So Hoppe.In ihrem Essay „Sprechen“ erzählt Daniela Dröscher in fünf Akten „mein Drama mit dem Sprechen“. Ihre „Stimmwerdung“ ist eine Geschichte der Emanzipation, die sie autobiographisch nachzeichnet. In der Kindheit entscheidet Sprache über Zugehörigkeit, eine Erfahrung ihrer aus Schlesien stammenden Mutter und ebenso des Kindes, das sich den pfälzischen Dialekt zuerst aneignete und ihn dann ganz bewusst ablegte. Im Studium war der akademische Jargon ein Sprachhemmnis: „Ich glaubte, einem intellektuellen Popanz genügen zu müssen...

First seen: 2026-07-20 17:12

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