Mit dem Aktienhandel lässt sich gut Geld verdienen. Das trifft nicht immer auf die Besitzer der Wertpapiere zu. In jedem Fall aber auf die Marktteilnehmer, die dafür sorgen, dass die Papiere ihre Besitzer wechseln können. Börsen, Handelsplätze, Broker.Den Kleinanlegern ist das oft gar nicht so bewusst und möglicherweise auch egal. Zumindest, solange sie ihre Orders über Broker und Neobroker preiswert platzieren können, für ein paar Euro je Auftrag.Kleine Broker beflügeln den WettbewerbDamit könnte jetzt bald Schluss sein. Brokern ist es nun nicht mehr gestattet, Rückzahlungen von Handelsplätzen anzunehmen, wenn diese ihnen Orders liefern. Das könnte zu Interessenkonflikten führen, so die EU-Kommission, sprich unvorteilhaft für den Verbraucher sein.Das jetzige Verbot könnte aber auch dazu führen, dass der Kauf und Verkauf von Aktien für Privatanleger teurer werden. Denn bei einigen kleineren Brokern machten die Rückzahlungen mehr als 40 Prozent des Provisionsüberschusses aus. Die kleineren Broker dürften es auch am schwersten haben, einen Eigenhandel aufzubauen, um ihr Geschäftsmodell an die neuen Regeln anzupassen.Verschwinden sie vom Markt, dann wird die Preisumsetzungsmacht der Großen steigen. Wettbewerb sieht anders aus. Wie sich das seit Monatsbeginn auch in Deutschland geltende Verbot auf die Preise der Broker auswirken wird, muss sich zeigen. Aber die Möglichkeit, dass die EU den Privatanlegern einen Bärendienst erwiesen hat, ist real.
First seen: 2026-07-23 09:59
Last seen: 2026-07-24 10:20