Der nachrichtliche Wert, dass Richard Wagner Antisemit war und seine Nachfahren sich dem nationalsozialistischen Regime angedient hatten, geht inzwischen gegen null. Alfred Polgar schrieb schon 1949 im amerikanischen Exil: „Es geht die Anekdote von einem Musik-Enthusisaten, der Richard Wagner, den Komponisten, so leidenschaftlich liebte, wie er Wagner, den Antisemiten, leidenschaftlich hasste. Der Mann half sich aus dem Zwiespalt, symbolisch zumindest, dadurch, dass er seiner Wagner-Büste einen Lorbeerkranz aufs Haupt legte und einen Strick um den Hals“. Und nachdem Hans-Jürgen Syberberg mit seinem Film über Winifred Wagner deren anhaltende Hitler-Begeisterung 1975 ungefiltert ins Kino gebracht hatte, war ohnehin in der Öffentlichkeit, was Neu-Bayreuth von 1951 an hartnäckig aus den Debatten hatte heraushalten wollen.
First seen: 2026-07-26 15:00
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